Google profitiert laut einem Bericht der BBC von illegalen Geschäften im Internet. Unter den gesponserten Suchergebnissen, die den prominentesten Platz auf der Google-Ergebnisseite einnehmen, finden sich öfter illegale Angebote. So verdient Google durch sein AdWords-Programm auf dem Schwarzmarkt für Olympia-Tickets und sogar vom Handel mit gefälschten Dokumenten und Drogen.
Wer es mit seiner Anzeige auf die Google-Suchergebnisseite schafft, wird durch den Ad-Rank bestimmt. Dabei wird einerseits die Qualität der Zielseite und andererseits der Betrag, der pro Klick an Google bezahlt wird berücksichtigt. Neue Inserate werden bei Google von Algorithmen geprüft, die bei gewissen Wörtern Alarm schlagen. Auch Dritte können Inserate zur Kontrolle vorschlagen. Verdächtige Inserate werden dann von einem Mitarbeiter kontrolliert und bei Bedarf gelöscht.
Das kann aber seine Zeit dauern. Im Falle einer Anzeige für eine Seite, die illegale Tickets für die olympischen Spiele in London verkaufte, brauchte Google trotz polizeilicher Aufforderung mehr als eine Woche, um das dubiose Inserat zu entfernen. Betroffene User aus England sind auf das olympische Schwarzmarktangebot gestossen, weil das Inserat bei einer Suchanfrage nach Olympia-Tickets ganz oben aufschien. Durch das blinde Vertrauen in Google sind auch finanzielle Schäden durch dubiose Geschäftspraktiken entstanden.
Lehnt Verantwortung ab
Die Gewinne aus den Geschäften will Google behalten. Neben den gesponserten Anzeigen für illegale olympische Eintrittskarten verdient Google auch an Inseraten von Cannabishändlern und Herstellern illegaler Reisedokumente. Die betroffenen Inserate wurden nach Erscheinen eines Artikels bei der BBC entfernt. Google lehnt die Verantwortung für gezeigte Werbung grundsätzlich ab. Beschwerden können über ein automatisiertes System eingebracht werden. Die Bearbeitung kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.
Schon im August 2011 hatte Google Ärger mit Werbeeinschaltungen. Damals verzichtete der Suchmaschinen-Konzern auf 500 Millionen Dollar, weil das Bewerben kanadischer Pharmazien in den USA für nicht-rechtmässig erklärt wurde. (pte)

