19.07.2021

Fake-News

US-Präsident kritisiert Facebook

Falschmeldungen in den sozialen Medien zu Corona und den Impfungen «bringen Menschen um», sagte Joe Biden vor den Medien. Der Internetkonzern wies den Vorwurf umgehend zurück.

Falschinformationen in sozialen Medien wie Facebook zum Coronavirus und den Impfungen sind nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden für den Tod vieler Menschen verantwortlich. Auf die Frage eines Reporters, welche Botschaft er angesichts der Verbreitung von Falschinformationen für Plattformen wie Facebook habe, sagte Biden: «Sie bringen Menschen um». Die Pandemie in den USA sei zu einer «Pandemie unter Ungeimpften» geworden, sagte Biden am Freitag (Ortszeit) im Garten des Weissen Hauses.

Die US-Regierung macht Falschinformationen in sozialen Netzwerken mitverantwortlich für die abwartende oder ablehnende Haltung vieler Amerikaner gegenüber den Corona-Impfstoffen. In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt in Gebieten mit niedrigerer Impfquote wieder rasant angestiegen, angetrieben von der besonders ansteckenden Delta-Variante. Die Impfkampagne macht dagegen nur noch langsam Fortschritte. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC haben bislang gut 185 Millionen Menschen mindestens die erste Corona-Impfung bekommen – das entspricht rund 56 Prozent der gesamten Bevölkerung.

Facebook wehrte sich gegen Bidens Kritik. «Wir werden uns nicht von Vorwürfen ablenken lassen, die nicht von Fakten gedeckt sind», erklärte ein Unternehmenssprecher. Es sei eine Tatsache, dass mehr als zwei Milliarden Menschen wichtige und akkurate Informationen zum Coronavirus auf Facebook gefunden hätten. Zudem hätten 3,3 Millionen Amerikaner Facebooks Funktion genutzt, mit der Nutzer herausfinden können, wie und wo sie geimpft werden können. «Die Tatsachen zeigen, dass Facebook hilft, Leben zu retten. Punkt», erklärte der Sprecher.

Die US-Regierung verschärfte ihre Kritik an sozialen Medien diese Woche. Facebook müsse schneller Beiträge entfernen, die gegen die Richtlinien verstiessen und falsch seien, sagte etwa die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki. Einige Beiträge würden tagelang online bleiben. «Das ist zu lange, Informationen verbreiten sich zu schnell», so Psaki. Etwa zwei Drittel der Falschinformation gehe nur auf ein Dutzend Konten zurück, weswegen Facebook leicht dagegen vorgehen könnte, argumentierte Psaki. Gegen falsche Behauptungen wie das Gerücht, wonach Corona-Impfungen angeblich zu Unfruchtbarkeit führen könnten, müsse vorgegangen werden, forderte sie. (sda/dpa/lom)



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