26.09.2011

Web

Verspäteter Einzug von Hollywood

Filmindustrie arbeitet am versäumten Internetangebot.

Die Filmindustrie in Hollywood arbeitet gegenwärtig an neuen Konzepten, ihre Filme online verfügbar zu machen, da konventionelle Verkaufssektoren stark abnehmen. Wie Experten angeben, steht der größte Paradigmenwechsel seit der Einführung der DVD in den 90er Jahren bevor. Sollte die Verfügbarkeit übers Internet nicht rasch an Geschwindigkeit gewinnen, droht ein 40-prozentiger Rückgang bei Home Entertainment. Dazu trägt vor allem die wachsende Zahl an Konsumenten mit Smartphones, Tablets und Fernsehern mit Internet-Anschluss bei. Bei guter Adaption könnte so ein direktes Modell eine veritable Chance auf gesteigerte Umsätze bieten. Die Filme selbst ins Internet zu stellen ist aber vorerst - wie pressetext auch von einem anderen großen deutschen Filmverleih erfahren konnte - keine Priorität.

Zwar hat das Online-Film-Geschäft einen sauberen Start hingelegt und ist stetig gewachsen; es konnte allerdings nicht die massiven Verluste aus dem DVD-Markt auffangen. Insider sagen, das liege an mangelhafter Online-Verfügbarkeit und einem komplizierten Prozedere beim Download. "Was wir jetzt sehen, sind jede Menge Leute, die ganz verschiedene Wege benutzen, um die aktuellen Trends umzukehren", sagt der Vize-Vorsitzende von Paramount Pictures, Rob Moore.

Eines steht dabei aber jetzt schon fest: Wer nicht oder nur wenig für seine Filme bezahlen will, wird länger auf seine Filme warten müssen, als Bezahlwillige. Diverse Premium-Video-on-Demand-Services ermöglichen es schon jetzt, Filme bereits zwei Monate nach ihrem Kino-Debüt zu Hause anzusehen. Sony veröffentlicht mittlerweile digitale Versionen seiner Filme zwei Wochen vor dem Erscheinen der DVD. Andere wollen die DVD zuerst veröffentlichen und die Zeitspanne zwischen DVD und digitaler Kopie sogar verlängern: Damit sollen Kunden dazu animiert werden, mehr Geld für Filme auszugeben.

Während in der Filmindustrie Cloud Computing und das Benutzen von Facebook für die Filmvermarktung diskutiert wird, schließen weltweit die Verleih-Stores: Die Kette Blockbuster machte allein vergangenes Jahr 1'750 Läden dicht. In LA muss jetzt auch das Film-Verleih-Mekka Rocket Video ausverkaufen: Gegen die billigeren Online-Angebote haben Verleih-Stores jetzt schon keine Chance mehr. (pte)



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