Marianne Janik
Country Manager Microsoft Schweiz
«Es war nicht eine digitale Innovation, die mich in diesem Jahr am meisten beeindruckt hat, sondern die veränderte Einstellung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber der Digitalisierung und der Technologie. Die Krise hat vielen Menschen etwas von ihrer Angst und Skepsis genommen. Unser Verhältnis zu Technologie und Digitalisierung ist entspannter geworden. Das ist aus meiner Sicht eine ganz wichtige Entwicklung, denn die Menschen werden Technologien nur dann nutzen, wenn sie ihnen auch vertrauen. Der Geist ist jetzt aus der Flasche, und wir alle müssen offen, neugierig und mutig sein, wenn es darum geht, neue Technologien zu verstehen und zu nutzen. Denn nur so werden wir in der Lage sein, die Vorteile und auch die Risiken von Technologien zu beurteilen und diese zu unserem persönlichen Vorteil und zum Vorteil der Gesellschaft einzusetzen.»

Monika Rühl
Vorsitzende der Geschäftsleitung Economiesuisse
«Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft in diesem Jahr hart getroffen. Der Lockdown stellte Kinos, Theater, Museen, Restaurants oder Schulen vor riesige Herausforderungen. Mich hat deshalb stark beeindruckt, wie betroffene Betriebe aus der Not eine Tugend gemacht und neue Geschäftsmodelle erprobt haben: Aus Kinos wurden über Nacht Streaming-Anbieter, aus Quartierbeizen digitale Catering-Unternehmen, und aus Präsenzunterricht an Schulen und Universitäten wurde virtueller Fernunterricht über Videoplattformen. Die entsprechenden Technologien gab es zwar schon länger, aber die Unternehmen haben es geschafft, diese neu für ihre Zwecke zu nutzen und gleichzeitig die Kundinnen und Kunden vom Wert der neuen Geschäftsmodelle zu überzeugen. So ist die Schweiz in der Digitalisierung in wenigen Monaten um Jahre vorangekommen.»

Marc Walder
CEO Ringier, Founder Digitalswitzerland
«Am meisten beeindruckt haben mich in diesem Jahr alle Unternehmen, Institutionen, Schulen, Universitäten, die während des Lockdowns und getrieben von Covid-19 digitale Lösungen für ihre Dienstleistungen erarbeitet haben. Meist innert kurzer Zeit. Damit meine ich das kleine Restaurant um die Ecke, das einen digitalen Bestellprozess samt Take-away-Dienst aufgebaut und umgesetzt hat. Oder die grossen und kleinen Unternehmen, die einen Grossteil ihrer Abläufe von physisch auf digital umgestellt haben. Nach innen ins Unternehmen genauso wie nach aussen, also den Kunden gegenüber. Corona hat, so unglaublich schwierig diese Phase für uns alle ist, punkto Digitalisierung der Abläufe innert Monaten das bewirkt, wofür es normalerweise drei Jahre braucht. Die Pandemie hat aber auch gnadenlos aufgezeigt, wo digitale Prozesse noch nicht gut sind: in vielen Schulen, also der Bildung, dann – in extremis – im Gesundheitswesen, nur zwei Beispiele. Was ich mir für 2021 wünsche: erste Schritte Richtung schweizweites digitales Patientendossier, Fortschritte bei 5G – und dass die Bürgerinnen und Bürger im Frühling Ja sagen zum neuen E-ID-Gesetz.»

Urs Schaeppi
CEO Group Executive Board Swisscom, Head of Swisscom (Switzerland)
«Eine hervorragende Infrastruktur ist die beste Basis für Innovationen. Auch deshalb ist die Schweiz ein Innovationsland. Die vergangenen Corona-Monate haben gezeigt, dass wir die starke Mehrbelastung bei Datennutzung und Telefonie dank dem besten Netz von Swisscom problemlos bewältigen konnten. Auf dieser starken Basis entstanden auch in diesem Jahr viele Innovationen, getrieben von grossen Unternehmen und kleinen Start-ups. Digitale Innovationen sollten zum Ziel haben, neue Chancen und Möglichkeiten für die Menschen zu schaffen. Ein konkretes Beispiel hat mich besonders begeistert: Ein Mitarbeiter von Swisscom hat ein Start-up gegründet und eine Smartphone-Tastatur für sehbeeinträchtigte Menschen entwickelt. Solche Innovationen bringen uns als Gesellschaft weiter – denn durch sie können wir alle die Chancen der Digitalisierung nutzen.»
Die Schweizer Digitaltage 2020 finden vom 1. bis 3. November statt.
Diese Umfrage erscheint auch in der aktuellen November-Ausgabe von persönlich.


