26.05.2026

Workslop

Wenn KI-Schrott die Büros belastet

Immer mehr Angestellte verlieren Zeit damit, fehlerhafte KI-Texte von Kollegen zu korrigieren – mit handfesten Folgen auch für Schweizer Ombudsstellen.

Künstliche Intelligenz soll die Arbeit erleichtern, doch in der Praxis sorgt sie oft für zusätzlichen Aufwand. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, sind laut einer Umfrage des IT-Unternehmens GoTo 77 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Kontrolle von KI-generierter Arbeit mehr Zeit beansprucht als jene von menschlicher Arbeit. Fast 40 Prozent der gewonnenen Zeit geht laut der Firma Workday wieder verloren –   Vorfall brauchen Betroffene im Schnitt zwei Stunden für Korrekturen. Die Wissenschaft nennt das Phänomen «Workslop»: Arbeitsschrott.

Ein Beispiel: Der Marketingchef einer mittelgrossen Schweizer Firma erhielt von einem Mitarbeiter innert Tagen ein 20-seitiges Konzept – doch die Zielgruppen waren «überhaupt nicht auf die Realität unserer Firma abgestimmt».

Besonders betroffen sind laut Tages-Anzeiger Schweizer Ombudsstellen. Sie erhalten zunehmend KI-generierte Eingaben, die argumentativ schwach sind und ausländisches statt Schweizer Recht zitieren. Bankenombudsmann Andreas Barfuss spricht von überhöhten Kundenerwartungen, die das Konfliktpotenzial erhöhen. Versicherungsombudsmann Martin Lorenzon musste sein achtköpfiges Team um zwei Juristinnen erweitern – trotzdem fallen Überstunden an. Auch KI-gestützte Betrugsversuche nehmen zu: Die Suva investiert deshalb in bessere Erkennungsinstrumente. (cbe)


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