16.06.2021

Kongresshaus und Tonhalle

Der Umbau ist abgeschlossen

Der neue Veranstaltungsort setzt bezüglich Event-Technologie und Klimaneutralität neue Massstäbe.
Kongresshaus und Tonhalle: Der Umbau ist abgeschlossen
Der grosse Kongresssaal im neuen Kongresshaus Zürich. (Bilder: zVg)

Der Umbau des Kongresshauses und der Tonhalle Zürich ist nach vier Jahren abgeschlossen. Anfang September wird der Veranstaltungsort mit Konzerten eingeweiht.

Die markanteste bauliche Veränderung ist die Entfernung des «ungeliebten» Panoramasaals, wodurch aus dem Konzertfoyer und dem neuen Restaurant im ersten Stock eine freie Sicht auf den See und die Berge möglich ist, wie es am Mittwoch anlässlich eines Medienrundgangs durch das renovierte Gebäude hiess.

Die Restaurierung der Grossen Tonhalle sei eines der grössten Restaurierungsvorhaben der Schweiz gewesen. Der Ort sollte an den Zustand von 1895 angenähert werden. Restaurierte Echtvergoldungen, Stuckmarmoroberflächen, Kronleuchter und Deckenbilder liessen den Saal heute wieder glänzen. Es sei im Vergleich zur Vergangenheit wieder «mehr Wiener Schmalz» zugelassen worden, hiess es vonseiten Denkmalpflege.

Neu ist auch die Orgel in der Tonhalle. Das 2,9 Millionen Franken teure Instrument besitzt 4798 Pfeifen. Die erste Pfeifenlieferung erfolgte letzten August in historischen Booten über den Seeweg von Männedorf nach Zürich.



Insgesamt umfasst der Saal neu 1430 Plätze, 116 weniger als vor dem Umbau. Dafür finden auf der Bühne mehr Musikerinnen und Musiker Platz.

Neue Veranstaltungsräume fürs Kongresshaus

Das Kongresshaus investierte in moderne Veranstaltungstechnik und in neue, flexibel nutzbare Veranstaltungssäle im Erdgeschoss. Zudem liess es sich als klimaneutralen Veranstaltungsort zertifizieren. CO2, das nicht eingespart wird, wird laut Kongresshaus durch ein Waldschutzprojekt in Peru kompensiert.

Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) freute sich, dass Kongresshaus und Tonhalle endlich wiedereröffnen können. Der Ort werde zu einem wichtigen Treffpunkt in Zürich. «Es sieht fantastisch aus», urteilte Mauch. «Es tönt auch ganz fantastisch.»

Ilona Schmiel, Intendantin der Tonhalle-Gesellschaft, sagte, die Tonhalle sei schon immer ein Saal der Extraklasse gewesen. «Er ist ein echtes Juwel geworden.»

Wiedereröffnung zweimal verschoben

Die Wiedereröffnung von Kongresshaus und Tonhalle am alten Standort war eigentlich auf Herbst 2020 geplant. Wegen schlechter Bausubstanz, der Integration eines modernen Betriebs in einen denkmalgeschützten Bau sowie Schwierigkeiten in der Detailplanung war es jedoch zu Verzögerungen gekommen.

Das führte auch zu Mehrkosten von 9,4 Millionen Franken. Der maximal zur Verfügung stehende Kredit für den Umbau erhöhte sich damit auf fast 175 Millionen Franken. Dieser werde ganz sicher nicht überschritten, hiess es am Mittwoch vonseiten der Bauherrschaft. Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) sagte, für die Stadt fielen keine Mehrkosten an.

Aufgrund der Coronapandemie musste die Eröffnung schliesslich nochmals um ein halbes Jahr verschoben werden. Seit Beginn der Umbauarbeiten befindet sich das Tonhalle-Orchester in der Tonhalle Maag im Exil.

Am 19. August findet im neu renovierten Kongresshaus der Marketing Tag statt. Dieser wurde bis anhin im KKL durchgeführt. (sda/cbe)



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