12.01.2021

Sprache

Deutschland wählt erstmals zwei Unwörter

Unangemessen, diskreditierend und diskriminierend: «Corona-Diktatur» und «Rückführungspatenschaften» sind das «Unwort-Paar» 2020.
Sprache: Deutschland wählt erstmals zwei Unwörter
Erstmals wurde ein «Unwort-Paar des Jahres» gewählt. (Bild: zVg.)

«Corona-Diktatur» und «Rückführungspatenschaften»: Dies sind die Unwörter des Jahres. Dabei wählte Deutschland erstmals ein «Unwort-Paar». «Corona-Diktatur» sei ein Begriff von sogenannten Querdenkern und rechten Propagandisten, um die Politik zur Eindämmung der Pandemie zu diskreditieren, begründete die Jury ihren Entscheid. «Rückführungspatenschaften» sei zynisch und beschönigend. Mit Rückführung sei nichts anderes gemeint als Abschiebung, und die Patenschaft sei ein eigentlich positiv besetzter Begriff.

Das Unwort wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war es «Klimahysterie». Mit diesem Begriff werden nach Auffassung der Jury Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert. 2018 fiel die Wahl auf «Anti-Abschiebe-Industrie», ein Jahr davor auf «Alternative Fakten» und 2016 auf «Volksverräter».

Die sprachkritische Aktion möchte mit ihrer jährlichen Aktion auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstossen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Reine Schimpfwörter zählen nicht. Die Jury richtet sich nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort. (sda/dpa/lom)



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