16.11.2020

Arthouse Kinos

Die Leinwand bleibt bis Februar dunkel

Der Projektor wird runtergefahren: Die fünf Kinostandorte der Arthouse Commercio Movie AG schliessen am 26. November aufgrund der Corona-Pandemie ihre Säle bis zum 4. Februar 2021.
Arthouse Kinos: Die Leinwand bleibt bis Februar dunkel
Neben den unterschiedlichen nationalen Regelungen gibt es auch Druck auf die Kinos von internationaler Seite, indem die Filmstudios ihre Filme zurückhalten. (Bild: zVg.)

Die am 28. Oktober 2020 gefällte Entscheidung des Bundesrates, öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen zu verbieten, hat drastische Konsequenzen für Kulturbetriebe. So auch für die Arthouse Commercio Movie AG: Sie wird ihre fünf Kinostandorte bis voraussichtlich Anfang Februar 2021 schliessen, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

«Wir wollen Kino machen. Wir wollen für die Zürcher Kultur da sein», lässt sich Co-Geschäftsführerin Stephanie Candinas zitieren, «aber die Begrenzung der Zuschaueranzahl auf 50 Personen und die daraus resultierenden finanziellen Einbussen machen für uns den Kinobetrieb mit unserem kuratierten Spezialprogramm betriebswirtschaftlich nicht mehr tragbar. Wir fahren darum schweren Herzens unsere Projektoren runter, damit wir unsere Arbeitsplätze auch für die Zukunft sichern können.»

Arthouse Commercio Movie sehe sich verpflichtet, ihren Teil zur Eindämmung der Pandemie beizutragen und respektiere die Entscheidung des Bundesrates, obschon die Kinokette viel Zeit und Energie in ein durchdachtes Schutzkonzept investierte – und auch kein einziger Fall einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus in einem Schweizer Kinosaal bekannt ist.

Dennoch sei mit der zweiten Corona-Welle und der Obergrenze von 50 Personen für öffentliche Veranstaltungen der Kinobesuch drastisch eingebrochen. Mit dem Appell des Bundesrats an die Eigenverantwortung der Bevölkerung, wäge diese ihr Freizeitverhalten genau ab. Unter dieser Prämisse überdenken auch die Filmverleiher, ob ein Kinostart in der aktuellen Situation für sie überhaupt in Frage kommt.

Denn neben den unterschiedlichen nationalen Regelungen (u. a. kantonal verordnete Kinoschliessungen in Bern und der Romandie) gibt es auch Druck von internationaler Seite, indem die Filmstudios ihre Filme zurückhalten. Das bringt die Verleiher und schlussendlich auch die Kinos in eine missliche Lage der Abhängigkeit. «Da die meisten Filmstarts auf unbekannte Zeit verschoben worden sind, verdünnt sich das Programm immer mehr, wodurch wir unsere Säle nicht mit dem entsprechenden und abwechslungsreichen Programm bespielen können, welches uns als Arthouse Kino vorschwebt», sagt Stephanie Candinas.

Arthouse Commercio Movie bedauere, dass sie ihre Säle schliessen muss. «Wir hoffen, dass im neuen Jahr die Fallzahlen so stark reduziert sind, dass die Beschränkung von max. 50 Personen pro Saal vom Bund aufgehoben wird und wir mit gutem Gewissen unsere fünf Kinostandorte wieder öffnen können», sagt Stephanie Candinas. «Wir freuen uns, dann unser Publikum mit einem bunten Potpourri an starken und einzigartigen Filmen aus aller Welt begrüssen zu dürfen.» (pd/lol)



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