Der Schauspieler, Moderator und Autor Dietmar Schönherr ist tot. Er starb in der Nacht zum Freitag im Alter von 88 Jahren auf Ibiza, wo er die letzten Jahre gelebt hatte. Einem breiten Publikum bekannt wurde der Österreicher ab 1966 durch seine Hauptrolle in der ersten deutschen Science-Fiction-Fernsehserie "Raumpatrouille - die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion".
Später moderierte Schönherr unter anderem gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach die Fernsehshow "Wünsch Dir was" und ab 1973 die erste Talkshow im deutschsprachigen Fernsehen "Je später der Abend". Er wirkte in über 100 Kinofilmen mit, machte Hunderte von Fernsehproduktionen, stand auf unzähligen Theaterbühnen und tat sich darüber hinaus als Synchronsprecher, Schriftsteller und Regisseur hervor.
1977 bis 1990 war er am Schauspielhaus in Zürich tätig und spielte in zahlreichen Schweizer Filmen mit. Für Aufsehen sorgte Schönherr, als er 1981 in der ersten Schweizer Talkshow "Rendez-vous" US-Präsident Ronald Reagan als "Arschloch" titulierte.
Wichtiger noch als sein künstlerisches Schaffen war Schönherr selbst sein soziales Engagement. Nachdem er Anfang der 1980er Jahre die deutsche Friedensbewegung unterstützt hatte, engagierte er sich vor allem in Nicaragua. In dem mittelamerikanischen Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, baute er gemeinsam mit dem Dichter Ernesto Cardenal in der Stadt Granada die "Casa de los Tres Mundos" auf, ein Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche. (sda)

