17.07.2013

Festival del film Locarno

"Feuchtgebiete" auf der Piazza Grande

Auch zwei Schweizer Filme feiern Weltpremiere.
Festival del film Locarno: "Feuchtgebiete" auf der Piazza Grande

Weltschau in Locarno: Ein äusserst vielfältiges Programm präsentiert Carlo Chatrian, der Leiter der Grossveranstaltung, an der ersten von ihm betreuten Ausgabe. Unter den 20 Filmen im internationalen Wettbewerb sind nicht weniger als 18 Weltpremieren, darunter kaum erwartete.

So entschieden sich die Macher des mit Spannung erwarteten deutschen Streifens "Feuchtgebiete" für Locarno. Die Verfilmung des skandalträchtigen Buches von Charlotte Roche mit der Schweizerin Carla Juri in der Hauptrolle ist im Rennen um den Goldenen Leoparden, wie aus den Medienunterlagen vom Mittwoch hervorgeht.

Auf der Piazza Grande feiern zwei Schweizer Filme Weltpremiere: "Les Les Grandes Ondes (à l'ouest)" von Lionel Baier und der Dokfilm "L'Expérience Blocher" von Jean-Stéphane Bron.

Zu Chatrians erklärten Zielen gehört es, das italienische Kino wieder enger an Locarno zu binden. Auf der Piazza ist denn auch zum ersten Mal seit Jahren wieder die Uraufführung eines italienischen Werks zu sehen: "La variabile umana" von Bruno Oliviero.

Etwas schwächer als in den Vorjahren ist das US-Kino vertreten, doch der kultige Franzose Quentin Dupieux ("Rubber") präsentiert mit "Wrong Cops" eine US-Produktion als Weltpremiere. Auch die Komödie "We're the Millers" mit Jennifer Aniston läuft auf der Piazza Grande.

"Vielfalt ans Limit treiben"
Im internationalen Wettbewerb rittern drei Schweizer Filme um den Hauptpreis der grössten Kulturveranstaltung des Landes. Thomas Imbach stellt in "Mary, Queen of Scots" ein Stück europäische Geschichte dar, während Yves Yersin in seinem Dokfilm "Tableau noir" von einer kleinen Schule im Neuenburger Jura berichtet.

Die italienisch-schweizerische Koproduktion "Sangue" von Pippo Delbono handelt vom Tod der Mutter des Regisseurs und von einem Terroristen, der seine Taten nicht bereut. In der Reihe Concorso Cineasti del presente für Erst- und Zweitlinge ist die Koproduktion "L'Harmonie" des Schweizers Blaise Harrison im Rennen.

Sein Ziel bei der gesamten Programmation sei es gewesen, die "Vielfalt ans Limit zu treiben", erklärte Festivaldirektor Chatrian vor den Medien. Locarno sei für ihn ein Festival, "das erforscht, was sich an den Grenzen des Filmspektrums bewegt".

Die Jury des internationalen Wettbewerbs wird vom philippinischen Regisseur Lav Diaz geleitet, auch der Zürcher This Brunner hat Einsitz. Wie bereits bekannt, geht der Ehrenleopard des 66. Festival del film an den deutschen Filmregisseur Werner Herzog. (sda)

Bild: Keystone


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