11.12.2018

Der Bestatter

«Für mich gibt es keine schwierigen Themen um den Tod mehr»

Zum letzten Mal geht der Bestatter Luc Conrad in der SRF-Krimiserie auf Verbrecherjagd. Im Interview gibt Hauptdarsteller Mike Müller erste Einblicke in die siebte Staffel. Ausserdem spricht er über seinen eigenen Tod – und sein bevorstehendes Engagement im Circus Knie.
Der Bestatter: «Für mich gibt es keine schwierigen Themen um den Tod mehr»
«Bei einer letzten Staffel stellt sich natürlich die Frage: Was passiert mit der Hauptfigur? Stirbt sie? Das wäre bei einem Bestatter ja naheliegend», sagt Hauptdarsteller Mike Müller zum Ende der Krimiserie «Der Bestatter». (Bild: SRF/Sava Hlavacek)

Herr Müller, am 8. Januar 2019 startet die siebte und letzte Staffel von «Der Bestatter». Wie bestatten Sie in den letzten sechs Folgen den Bestatter?
Das Ende der Serie will ich natürlich nicht verraten, schliesslich handelt es sich um einen Krimi. Wir haben uns im Sinne des Bestatters für eine pragmatische Lösung entschieden.

Werden Sie schwarz tragen, wenn am 12. Februar die letzte Folge über den Bildschirm flimmert?
Auf keinen Fall. Das Ende der Serie folgt aus freien Stücken, das heisst, es gibt nichts zu betrauern. Es war cool, diesen Job sieben Jahre lang zu machen, und jetzt kommen neue Projekte.

Während 40 Folgen haben Sie den Bestatter gespielt. Wird die letzte Staffel die beste?
Das entscheiden die Zuschauer und nicht die Macher.

«Ich wurde ab und zu gefragt, wie ich selber dereinst mal bestattet werden möchte»

Kam es auch schon vor, dass Sie im realen Leben als Bestatter um Rat gefragt wurden?
Nein, aber ich wurde ab und zu gefragt, wie ich selber dereinst mal bestattet werden möchte: Kremiert und auf dem Zürichsee verstreut – und meine Leute trinken dabei sehr viel Weisswein.

«Asche auf mein Haupt» heisst die erste Folge der letzten Staffel. Was beschäftigt die von Ihnen gespielte Figur Luc Conrad mehr: der Mordfall oder die Trennung von seiner Partnerin?
Das lässt sich bei der Figur Luc Conrad nicht klar trennen. Vordergründig interessieren ihn mehr die Toten als die Lebenden, aber Luc Conrad hat seine persönlichen Hintergründe nicht immer ganz im Griff.

Gedreht wurde diese Folge teils auch auf der Aarauer Pferderennbahn. Mögen Sie eigentlich Pferde?
Sehr, auch wenn ich den Umgang mit ihnen nicht gewohnt bin. Aber mein Kollege Samuel Streiff aka Reto Dörig zeigt in der Folge einen veritablen Stunt. Ich selber bin auf der Pferderennbahn mehr vor dem Wettbüro und auf der Tribüne.

Pferde gibt es auch im Circus Knie. Zusammen mit Viktor Giacobbo touren Sie 2019 mit dem Nationalcircus durch die Schweiz (persoenlich.com berichtete). Verraten Sie uns etwas über Ihre Nummern…
Wir sind am Schreiben der Nummern und werden mit den Figuren auftreten, die man aus unserer Sendung kennt.

«Schreiben ist bei Viktor und mir immer Improvisation am Tisch»

Sind Sie schon fleissig am Üben?
Schreiben ist bei Viktor und mir immer Improvisation am Tisch. Aber natürlich freuen wir uns auf den Moment, wenn wir zum ersten Mal im Sägemehl stehen.

Was reizt Sie am Engagement im Circus Knie?
Zum einen ist es die ultimative Live-Tournee, die man in der Deutschschweiz machen kann. Zum anderen arbeitet man mit internationalen Kollegen in einem hundertjährigen Familienunternehmen, das einzigartig ist.

Keine Angst vor Kritik? Claudio Zuccolini musste 2013 viel davon einstecken.
Zuccolini musste durch ein Stahlgewitter, hat sein Programm aber rasch angepasst und kam dann gut über die Runden. Ich habe sehr wohl Respekt vor dieser Aufgabe, aber keine Angst. Im Gegenteil, ich freue mich darauf. In diesem Beruf ist man Kritik gewohnt, hin und wieder muss man sie auch ernst nehmen.

Sie haben auch im Kinofilm «Manager» mitgewirkt, der im Herbst 2019 in die Kinos kommt. Sie spielen darin einen Finanzchef, der aus der Firma fliegt. Klingt nicht nach einer langen Rolle.
Nein, das war eine Ein-Tages-Rolle, hat aber grossen Spass gemacht.

«Wir sind Unterhaltungskünstler, wir sterben nicht»

«Manager» thematisiert Suizide von Managern. Ein schwieriges Thema für einen Schauspieler?
Nach sieben Jahren Bestatter gibt es keine schwierigen Themen um den Tod mehr für mich. Aber eben: Wir sind Unterhaltungskünstler, wir sterben nicht, wir erleiden keinen Schmerz, wir können unseren Beruf ausüben und werden dafür bezahlt.

Auf Twitter kommentieren Sie häufig aktuelles Tagesgeschehen. Wie konsumieren Sie News?
Am Morgen lese ich Zeitungen, tagsüber Online-News, abends schaue ich die «Tagesschau».

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Seit Jahren wohnen Sie in Zürich. Wie häufig haben Sie Heimweh nach Olten?
Sechzig Kilometer reichen nicht für ein ordentliches Heimweh.


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