Herr Matter, die SonntagsBlick-Story, wonach Sie nach Ihrem Hallenstadion-Konzert Konkurs anmelden mussten, schlug hohe Wellen. Gab es viele Reaktionen, und wenn ja, welche?
Ich musste mit meiner zweiten Firma, der Albi’s Country Festival AG, leider Konkurs anmelden – einer Firma, die ich extra für diesen Anlass gegründet hatte. Meine erste Firma, die Show & Music AG, die ich seit über 40 Jahren betreibe, ist gesund. Bis heute Montag hatte ich gegen 180 WhatsApp-Nachrichten und viele Mails, die ich wie immer gleich beantworte.
Wie haben die Künstlerinnen und Künstler eagiert?
Sehr positiv. Ich wurde von allen gelobt, da sie doch sehr dankbar seien für das, was ich für die Country-Szene seit über 40 Jahren gemacht habe.
Waren Sie schon mal in einer solchen oder ähnlichen Situation?
Nein, zum Glück nicht – nach vielen Hunderten Anlässen in den über 50 Jahren, in denen ich das Showbusiness lebe.
Ihr ehemaliger Geschäftspartner wollte ursprünglich einen Überbrückungskredit zahlen, was er nicht tat. Hat er sich nach dem SoBli-Artikel gemeldet?
Nein, hat er nicht, was mich auch nicht überraschte. Ich finde das persönlich feige.
Die Besucherzahl im Hallenstadion lag mit 4500 Anwesenden deutlich unter Ihren Prognosen. Was war der Grund? Sie hatten ja viel Werbung und auch viel Presse im Vorfeld.
Mehr Werbung geht nicht. Ich denke aber, dass es vielleicht auch eine USA-Allergie gibt. Dann ist die Wirtschaftskrise dafür auch nicht förderlich, und ich denke sogar, dass es nicht besser wird.
Wann realisierten Sie erstmals, dass es nicht ganz funktionieren könnte?
Das war Mitte Dezember 2025, als ich erstmals meinen Ex-Partner gebeten habe, mir doch das versprochene Geld zu überweisen – was er nie tat. Bis heute nimmt er das Telefon nicht mehr ab und beantwortet auch meine WhatsApp-Nachrichten nicht mehr. Eine Sauerei!
Wer kommt jetzt durch diesen Konkurs schlussendlich zu Schaden?
Leider nur die PA-Firma, was mir sehr leidtut – sind das doch Freunde. Musiker, Hotel, APG-Werbung und den grössten Teil der Hallenstadion-Miete konnte ich bezahlen.
Wie geht es der Unterhaltungsbranche momentan?
Zurzeit haben wir eine Weltwirtschaftskrise, und ich denke, dass es noch schlechter kommen wird. Deutschland ist am Boden, aber wir sitzen im selben Boot. Dazu kommt der Krieg im Iran, was für die Wirtschaft auch nicht förderlich ist.
Werden Sie irgendwann wieder Konzerte veranstalten?
Oh ja, selbstverständlich! Ich bin ein Mensch, der nie aufgibt, und ohne Musik-Anlässe geht bei mir gar nichts.
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