24.05.2025

Sandra Studer

«Ich bin immer noch geflasht von all den Eindrücken»

Vor einer Woche rockte Moderatorin und Sängerin Sandra Studer mit ihren Kolleginnen Hazel Brugger und Michelle Hunziker den Eurovision Song Contest in Basel. Wie ist die Befindlichkeit eine Woche danach?
Sandra Studer: «Ich bin immer noch geflasht von all den Eindrücken»
Moderatorin Sandra Studer, ESC-Teilnehmerin von 1991, singt ihren damaligen Song während des Finals des 69. Eurovision Song Contest in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Frau Studer, wie ist Ihre Befindlichkeit eine Woche nach Ihrem grossartigen ESC-Auftritt?
Ich bin immer noch geflasht von allen Eindrücken. Es war ein verrücktes Abenteuer und ich bin dankbar, dass ich es erleben durfte.

Ist es schwierig, wieder ins «normale» Leben zurückzukehren?
Nein, ich war ja nicht auf einer Expedition am Mount Everest. Ich bin froh, dass ich jetzt ein bisschen ausruhen und Schlaf nachholen kann. Und vor allem sehe ich wieder Tageslicht. Aber ich bin in Gedanken oft beim ESC und versuche, alle Erinnerungen festzuhalten.

Was hat Sie in Basel am meisten gefreut?
Basel war in erster Linie ein grossartiger Gastgeber. Leider habe ich alle Konzerte, Events und Nebenschauplätze nur bedingt mitbekommen, aber die ausgelassene Stimmung ist auch zu uns in die Halle übergeschwappt. Am meisten beeindruckt hat mich aber die technische Crew, die an der Sendung beteiligt war. Von Kameraleuten über LED-Spezialisten bis zu den Profis im Übertragungswagen – um nur einige zu nennen. Das alles hinter den Kulissen zu erleben, war einmalig.

Und gab es auch eine Enttäuschung?
Na ja, es war keine Freude, die null Publikumspunkte für Zoë Më bekannt geben zu müssen. Das kam nach ihrem zweiten Platz nach der Jurywertung sehr unerwartet.

Sie wirkten auf der Bühne sehr überzeugend. Ist man sich überhaupt bewusst, dass rund 180 Millionen zuschauen?
Nein, diesen Gedanken hatte ich nicht. Man will es in diesem Moment einfach gut machen, auch für die Leute in der Halle. Und die Menge hinter der Kamera ist sowieso immer abstrakt.

Könnten Sie sich nach dem ESC nochmals eine internationale Karriere vorstellen?
(Lacht.) Wenn ich so etwas erwarten würde, wäre ich wohl mehr als naiv. Der ESC ist eine Riesennummer, aber die Moderation nur ein kleinster Teil davon und bald auch wieder vergessen. Ich bin einfach glücklich, dass ich mit Hazel und Michelle zum Gelingen beitragen konnte. Das ist das Gefühl, das ich mir erhofft hatte.

«Es kommen schon ein paar lustige Anfragen»

Oder gab es bereits Anfragen?
Ja, es kommen schon ein paar lustige Anfragen. Vielleicht ist dann ja auch etwas dabei, was mir Spass machen würde. Das werden wir sehen.

Wie verbringen Sie jetzt die nächsten Wochen nach dem ESC?
Es geht ganz normal mit Projekten weiter. Ich spiele im Theater Rigiblick meinen Mani-Matter-Abend und bereite gerade das TonhalleAir vor, das ich Mitte Juni auf dem Münsterhof in Zürich moderieren darf. Das sind Gratiskonzerte für die Bevölkerung von Klassik bis Jazz, mit Kinderchören, Jugendorchester, Sing Along, Starpianist, Zurich Jazz Orchestra und dem Tonhalle-Orchester Zürich.

Sie haben Ihren ESC-Song von 1991 nochmals im gleichen Kleid von damals gesungen. Wie kam das?
Kurz nach meinem Auftritt 1991 fragte mich der ESC-Fanclub, ob sie mein Kleid haben dürften. Ich habe es damals einfach so weggeben. Vor ein paar Jahren sang ich mit Michael von der Heide ein Konzert mit ESC-Songs und fragte spontan ins Publikum, ob jemand wisse, wo mein Kleid sei. Wenige Tage später erhielt ich es per Post zurück. Perfekt erhalten. Daher kam die Idee, es dann 34 Jahre nach meiner Teilnahme in Rom beim ESC als Gag wieder zu tragen.


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