08.06.2020

#cultureismyjob

Kulturszene fordert bessere Arbeitsbedingungen

Die Kulturbranche wendet sich direkt an das Parlament und startet eine Sensibilisierungskampagne.

Die Kulturbranche fordert, dass die Nothilfemassnahmen verlängert und den unterschiedlichen Bedürfnissen der vielfältigen Branche angepasst werden. Dieser Forderung verleiht die Branche auf zwei Wegen Nachdruck: Sie wendet sich direkt an das Parlament und startet eine Sensibilisierungskampagne.

Über 3000 Kulturschaffende haben sich allein am vergangenen Wochenende online registriert für diese Kampagne, die von 14 Kulturverbänden aus der ganzen Schweiz getragen wird. Ziel sei, «die Bedeutung und Vielfalt der Kulturbranche hervorzuheben und die grosse Zahl professioneller Kulturschaffender in der Schweiz sichtbar zu machen», hiess es am Montag in einer Mitteilung der beteiligten Verbände.

Nachdem der Bundesrat Lockerungen im Kulturbereich zugelassen hat, etwa die Wiedereröffnung von Kinos und Theatern, argwöhnen die Kulturschaffenden nun, dass viele dächten der Kulturbetrieb könne wieder im gewohnten Rahmen aufgenommen werden. Dem sei jedoch nicht so: Während ein Teil der Kulturinstitutionen zwar mit Einschränkungen und «entsprechend weniger Einnahmen» wieder öffnen könnten, bleiben «zahlreiche andere bis auf weiteres geschlossen», heisst es in der Mitteilung. Deshalb müssten «geeignete Unterstützungsmassnahmen» die Kulturszene mittel- und langfristig stabilisieren.

Traktandum in der Sommersession 

Wie die Massnahmen aussehen sollten, führt Suissesculture aus, die Dachorganisation der Verbände der professionellen Kultur- und Medienschaffenden - und das in einem Appell an die Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Denn in der Sommersession soll über die Fortführung der Nothilfemassnahmen des Bundes entschieden werden. 

So fordert Suisseculture beispielsweise, dass der Erwerbsersatz weitergeführt, die Kurzarbeit für Kulturunternehmen sowie die Nothilfe für Kulturschaffende und die Ausfallentschädigung verlängert werden, bis wieder Normalbetrieb herrscht.

Darüber hinaus verlangt Suisseculture, dass die Vielfältigkeit der Kulturbranche berücksichtigt werde, damit niemand durch die Maschen falle. Zudem sollen die Spezialistinnen der Branche besser in die Massnahmenplanung einbezogen werden.

«Die Kampagne und das Vorgehen auf politischer Ebene sollen sich ergänzen», sagt Boris Brüderlin, Leiter des Tanznetzwerks Schweiz (Reso) auf Anfrage. Für die Kampagne sei es jedoch wichtig, «dass sie darüber hinaus einen Denkanstoss geben soll, wie wir nachhaltige und längerfristige Verbesserungen im Kulturbereich erreichen». (sda/eh)

 



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