24.04.2020

Serie zum Coronavirus

«Leider wurden unsere Szenarien Realität»

Folge 29: Roger Harlacher ist CEO von Zweifel und SWA-Präsident. Er glaubt, dass sich der Werbemarkt erst erholen werde, wenn die Pandemie abflaut.
Serie zum Coronavirus: «Leider wurden unsere Szenarien Realität»
Roger Harlacher ist CEO von Zweifel Pomy-Chips. (Bild: zVg.)
von Matthias Ackeret

Herr Harlacher, wie fest beeinträchtigt Corona Ihren persönlichen Alltag und wenn ja, wo?
Vieles ist in meinem persönlichen Leben weggefallen, dafür hat viel anderes mehr Aufmerksamkeit und Zeit erfahren. Ja, irgendwie weniger Quantität, dafür mehr Qualität. Und was ich eigentlich schätze, ist das «Slowlife» im Persönlichen. So richtig geniessen kann ich das «Slowlife» jedoch leider nicht, weil mich die vielen Schicksale, welche die Pandemie zur Folge haben, beschäftigen.

Welche Auswirkungen hat das Virus auf Ihre berufliche Tätigkeit? Werden jetzt mehr Chips gegessen als vorher?
Einerseits können wir aktuell mehrere tausend Kunden der Gastronomie und Hotellerie nicht mehr beliefern, anderseits ist die Nachfrage im Detailhandel gestiegen. Dies hat direkten Einfluss auf den Produkte-Mix, was uns in der Beschaffung und in der Produktion vor grosse Herausforderungen stellt. Aber erfreulicherweise können wir, trotz stark belastenden und einschränkenden Rahmenbedingungen, die Produktion aufrechterhalten. Gesamthaft sind die Mengen in den letzten Wochen gestiegen, allerdings hatte auch die Osterverschiebung einen Einfluss. Die kommenden Wochen bleiben anspruchsvoll.

Welche Massnahmen haben Sie in dieser schwierigen Situation getroffen?
Zur Zeit des Ausbruchs in Italien haben wir verschiedene Szenarien einer Pandemie und die Folgen für unser Unternehmen durchgespielt sowie mögliche Konsequenzen daraus skizziert. Leider wurde das dann sehr rasch Realität und der Pandemie-Stab musste aktiv werden. Unser erstes Ziel war es, den Schutz der Mitarbeitenden zu gewährleisten, und, basierend auf den verschriebenen Hygiene- und Zusammenarbeits-Massnahmen, dafür zu sorgen, dass unser Unternehmen weiter funktionieren kann und wir unsere Kunden weiterhin bedienen können. Das ist glücklicherweise, auch wenn mit sehr viel Sonderübungen und Sonderengagement, gut gelungen. Dafür gilt unser Dank besonders unseren Mitarbeitenden, die mit viel positiver Energie, Willen und Kreativität unseren Betrieb aufrechterhalten.

Wann wird sich der Werbemarkt wieder erholen?
Eine schwierige Frage, deren Antwort in vielen Abhängigkeiten steht. Eigentlich wird der Markt sich erst dann wieder richtig erholen, wenn die Angst vor der Pandemie abflaut und die Zuversicht überwiegt. Was mich in dieser Zeit besonders freut, sind die vielen Engagements von Unternehmungen, die auch in dieser schwierigen und unsicheren Zeit mit mutiger, kreativer und sinnvoller Kommunikation von sich reden machen. Die Kreativität, die in dieser Pandemie entstanden ist und immer noch entsteht, zeigt, wie wichtig der Mensch ist. Das wird dann sicher auch am SWA Jahresmeeting mit dem Thema «Künstliche Intelligenz in Marketing und Kommunikation – Mensch oder Maschine» aufgenommen.


Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com jeden Tag eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier



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