10.12.2014

Theater Basel

Lockt mit Frisch und Dürrenmatt mehr Zuschauer an

Konnte nach zwei Saisons mit sinkenden Besucherzahlen wieder zulegen.

Das Theater Basel blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück: In der Spielzeit 2013/14 lockten die Vorstellungen wieder mehr Zuschauer und Zuschauerinnen ins grösste Dreispartenhaus der Schweiz. Positiv fällt die Bilanz auch in finanzieller Hinsicht aus.

Nach zwei Saisons mit sinkenden Besucherzahlen konnte das Theater Basel 2013/14 zulegen: Die Zahl der Besucher und Besucherinnen stieg um rund 23'000 auf 189'000. Damit übertraf das Theater Basel sein Ziel von 180'000, wie Verwaltungsratspräsident Samuel T. Holzach am Mittwoch vor den Medien sagte. Zum guten Ergebnis trugen alle drei Sparten bei. Am grössten war der Anstieg beim Schauspiel: Die Auslastung stieg von 51,3 auf 62,0 Prozent.

Theaterdirektor Georges Delnon sprach diesbezüglich von einem "Quantensprung". Eine solch gute Auslastung hätten auch seine Vorgänger nicht erreicht, sagte der Intendant, der im Juli 2015 an die Hamburgische Staatsoper wechselt. Besonders viel Publikum zogen die Produktionen "Biedermann und die Brandstifter", "Der Richter und sein Henker" und "Die Klasse" an. Der Spielplan sei nah bei der Aktualität gewesen, erklärte Delnon den Erfolg.

"Snow White" und "Tosca" als Publikumsmagneten
Eine bessere Auslastung verzeichneten aber auch die Sparten Ballett (von 59,2 auf 64,2 Prozent) und Oper (von 52,6 auf 53,2 Prozent). Als erfolgreich erwiesen sich insbesondere "Snow White" von Ballettdirektor Richard Wherlock, Puccinis Opern-Klassiker "Tosca" und das Muscial "Fame". Diese drei Produktionen trugen wesentlich dazu bei, dass die Auslastung auf der
Grossen Bühne stieg, während sie auf der Kleinen Bühne sank. Insgesamt verbesserte sich die Auslastung von 57,0 auf 61,1 Prozent.

Wieder schwarze Zahlen
Auch in finanzieller Hinsicht fiel die Bilanz positiv aus: Unter dem Strich resultierte ein Jahresgewinn von 74'847 Franken. In der Spielzeit 2012/13 hatte der Publikumsschwund dem Theater Basel noch rote Zahlen beschert. Die Vorstellungseinnahmen stiegen dank der höheren Auslastung und mehr Vorstellungen auf der Grossen Bühne von rund 7,5 Millionen Franken in der
Saison zuvor auf 8,8 Millionen Franken. Wegen aufwendiger Produktionen und mehr Vorstellungen stieg jedoch auch der Aufwand um rund 2 Millionen Franken auf knapp 59 Millionen Franken an.

Der Kanton Basel-Stadt subventionierte das Theater Basel in der vergangenen Spielzeit mit 40,1 Millionen Franken (+623'400 Franken); der Kanton Baselland unverändert mit 4,5 Millionen Franken.

"Armselig und trostlos"
Wenig Verständnis hat Delnon für jene Baselbieter Gemeinden, die ihre Beiträge an das Theater Basel streichen wollen. Dies sei "trostlos und armselig", sagte er. Das Theater habe Solidarität verdient und es brauche die Beiträge. Das Theater Basel steht momentan vor verschiedenen Herausforderungen, wie Holzach sagte. Dazu zählte er unter anderem die Sanierung des Theaters und die Stabsübergabe von Delnon an Andreas Beck.

Delnon wechselt kommenden Sommer nach Hamburg an die Staatsoper, die zu den weltweit führenden Opernhäusern zählt. Derzeit läuft seine neunte und letzte Saison in Basel. Diese verlief bisher weniger gut als die vergangene, wie Delnon erwähnte. "Aber wir holen auf."

Becks erste Saison wird wegen der Sanierung kürzer als gewohnt ausfallen. Das Theater Basel hat dafür bereits Rückstellungen gebildet. Mit der Sanierung soll das Theater Basel in den Bereichen Gebäude- und Bühnentechnik sowie Brandschutz auf den heutigen Stand der Technik gebracht. (sda)


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