07.05.2020

Serie zum Coronavirus

«Mein zweiter Vorname ist ja Geduld»

Folge 38: Frank Baumann, künstlerischer Direktor des Aroser Humorfestival, hat ganz schwierige Zeiten, glaubt aber, dass seine Veranstaltung stattfinden wird.
Serie zum Coronavirus: «Mein zweiter Vorname ist ja Geduld»
Hat zwei Operationen hinter sich: Frank Baumann, Direktor des Arosa Humorfestivals und Bestsellerautor. (Bild: zVg.)
von Matthias Ackeret

Herr Baumann, wie haben Sie die vergangenen zwei Monate verbracht?
Ich lag flach. Mehr oder weniger. Zwei Rückenoperation, nach einem Bandscheibenvorfall, haben mich aus dem Verkehr gezogen. Aber Romina – meine Physiotherapeutin – meinte, dass ich in einem Jahr wieder mehr oder weniger voll da sein werde. Und mein zweiter Vorname ist ja Geduld.

Hat Corona Ihren Alltag stark beeinträchtigt?
Nein. Mal abgesehen davon, dass ich nicht weiss, wie Rominas Nase, Mund und Kinn aussehen.

Sie pendeln zwischen Graubünden und Lachen und im Moment sind sie in Ihrem Zuhause in Vals. Reagieren die Bündner anders auf den ganzen Lockdown als die Unterländer?
Nun, «wir Bündner» nehmen die Einschränkungen relativ entspannt. Hier oben halten sich alle konsequent an die Abstandsregel und die Vorgaben des BAG. Es ist halt einfach so. So what?

Wie gross ist für Sie der wirtschaftliche Schaden?
Wir haben noch Glück. Die Bücher, die meine Frau herausgibt, sind sehr erfolgreiche Bestseller. Vom Corona-Büchlein, das den Kindern das Virus erklärt, über «Der Delfin in der Hängematte», in dem die elfjährige Valentina das abenteuerliche Leben mit ihrem achtjährigen autistischen Bruder schildert, bis hin zu «Platzspitzbaby». Und mein schräges Fotobuch «Was stimmt hier nicht? – Finde die sieben Unterschiede», das bei Kein & Aber erschienen ist, belegte – mitten in der Coronakrise – bei Amazon Platz 1 aller verkauften Bücher, was schon fast eine Sensation ist.

Wird das Arosa Humorfestival dieses Jahr stattfinden?
Davon gehe ich doch sehr aus! Aber klar, als Direktor des Arosa Humorfestivals betrifft mich diese Frage natürlich sehr direkt. Wir sind guter Dinge!

Hat die Regierung während der ganzen Krise richtig gehandelt?
Ich würde mal sagen, sie hat gehandelt. Nachher ist man immer schlauer. Vor allem haben wir als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes ganz vieles prima mitgemacht.

Werden Sie ab nächster Woche wieder in Restaurants gehen?
Lustigerweise haben wir grad heute in Joe's Rössli in Lachen reserviert. Ich finde es wichtig, dass wir die Gastronomie jetzt unterstützen und Joe ist obendrein ein wunderbarer Küchenmeister!

Was war für Sie das prägendste Erlebnis der letzten Tage?
Einerseits gelang es mir, trotz meiner teilgelähmten Haxe, erstmals einen Treppentritt zu erklimmen. Andererseits verstarb die Protagonistin aus einem der Bücher meiner Frau an den Folgen des Covid-19-Virus. Wir sind noch immer sprachlos. Glück und Trauer liegen oftmals sehr nahe beieinander. So gesehen ist doch alles sehr relativ.



Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com jeden Tag eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier



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