Das neue Reglement für die Schweizer Ausscheidung zum Eurovision Song Contest sorgt bei Musikern aus der Deutschschweiz für Ärger, schreibt die Zeitung "Der Sonntag". Wie das Schweizer Fernsehen SRF bestätige, werden statt neun nur noch vier Titel aus der Deutschschweiz zur Entscheidungsshow in Kreuzlingen zugelassen. Die Startplätze für das Tessin (2) wie für die französischsprachige Schweiz (3) blieben dagegen unangetastet.
Der Musiker Stefan Andreas Nietlisbach, der sich als Carlos Santoo mit dem Song "Mama" beworben hat, findet die neue Regelung nicht richtig. "Wir Musiker aus der Deutschschweiz sind gemessen an den Bevölkerungsanteilen in der Entscheidungsshow stark untervertreten." Auch die Sängerin Bonnie ist unzufrieden: "Das neue Reglement mindert die Chance auf eine Finalteilnahme von Songs aus der Deutschschweiz massiv. Das ist wirklich schade für eine eigentlich gute Sache." Der Musiker Maurizio Pozzi stört, dass DRS3 keine Songs mehr bestimmen kann. "Die ausgewählten Songs wurden im Radio intensiv gespielt. Diese wichtige Plattform ist jetzt weggefallen", sagt er.
SRF bestätigt kritische Rückmeldungen und versucht das Reglement wieder anzupassen, wie "Der Sonntag" weiter schreibt. "Das Ziel von SRF für eine nächste ESC-Entscheidungsshow ist, die Anzahl der Finalisten von SRF zu erhöhen. Wie dies konkret umgesetzt wird, ist aber noch offen." ("Der Sonntag")

