Der Verkauf von Schallplatten erlebt derzeit ein Comeback. Wie die "Schweiz am Sonntag“ berichtet, laden sich die Fans von Bruno Mars oder Rihanna die Songs ihrer Stars zwar auf Online-Plattformen wie iTunes runter oder hören sie sich gratis über Dienste wie Spotify, doch nicht das ganze physische Geschäft leidet: Praktisch schon ausgestorben, erfreuen sich Vinyl-Schallplatten seit einigen Jahren wieder zunehmender Beliebtheit.
"Bis vor kurzem wurde der Vinylmarkt im Prinzip nur von kleinen Hiphop- und Techno-Labels am Leben gehalten, die sich vornehmlich an DJs wenden", sagt Ex-Libris-Chef Daniel Röthlin. "Jetzt trumpfen aber auch die grossen Mainstream-Firmen mit limitierten Vinyl-Editionen auf, zum Beispiel bei den neuen Alben von Adele, den Ärzten oder Black Sabbath."
Über die letzten Jahre habe man eine Steigerung von mehr als 50 Prozent beim Vinyl-Umsatz beobachtet. "Im ersten Halbjahr 2013 konnten wir sogar knapp 70 Prozent mehr Umsatz mit Schallplatten generieren, Tendenz weiter steigend", sagt Röthlin. Auch Musik Hug und der Discount-Riese Media-Markt sprechen von einer deutlich gestiegenen Nachfrage im Nischengeschäft Vinyl.
Allein im letzten Jahr hat Exlibris.ch das Sortiment verdoppelt und führt in seinem Onlineshop nun rund 30 000 Vinyl-Alben, die in der Regel wegen der geringeren Produktionsmengen und der teureren Herstellung 20 bis 30 Prozent mehr kosten als eine CD. Derzeitiger Verkaufsschlager bei Ex Libris ist laut Röthlin das neue Album "13" der Rock-Gruppe Black Sabbath.
In der Schweiz schätzt der Tonträgerhersteller-Verband Ifpi den Vinyl-Umsatz auf 1,65 Millionen Franken. Weltweit wuchs der Umsatz im letzten Jahr gar von 113 auf 171 Millionen Dollar – so viel wie zuletzt 1997. ("Schweiz am Sonntag")

