27.05.2014

"Bibliothek der Weltliteratur"

Schritt ins digitale Zeitalter

Handschriften vom Marquis de Sade oder von Wagner online erforschen.

Die "Bibliothek der Weltliteratur" des aus Zürich stammenden Sammlers und Mäzens Martin Bodmer in Cologny (GE) ist eine der grössten Privatbibliotheken der Welt. Nun beginnt die Universität Genf damit, einen Teil der Sammlung zu digitalisieren und aufs Internet zu stellen.

Martin Bodmer hat bis zu seinem Tod 1971 über 150'000 Bücher, Handschriften und Erstausgaben aus vier Jahrtausenden und allen Weltgegenden gesammelt. Die Sammlung enthält unter anderem ein Manuskript der "120 Tage von Sodom" des Marquis de Sade und Originalkompositionen von Richard Wagner.

Friedensziel vor Augen gehabt 
Der wohlhabende Intellektuelle hat seine Sammlung "Bibliothek der Weltliteratur" genannt und damit - nach Goethe, der in der Literatur einen Weg zum Weltfrieden sah - ein übergeordnetes Friedensziel vor Augen gehabt, wie die Uni Genf am Dienstag mitteilte.

Das Digitalisierungsprojekt führt die geisteswissenschaftliche Fakultät der Hochschule gemeinsam mit dem Zentrum für Informatik durch. Die Werke stehen danach online für Literaturwissenschaftler und Lehrpersonen etwa für Massive Open Online Courses (MOOC) zur Verfügung.

Das Projekt wird von der Fondation Schmidheiny finanziell unterstützt und in Zusammenarbeit mit der Martin Bodmer-Stiftung durchgeführt, die das Literaturmuseum Bibliotheca Bodmeriana in Cologny führt. (sda)


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