Im Kanton Bern werden immer mehr Leute wegen des Versendens von selbst produzierten Sex-Bildern via Internet oder Mobiltelefon verurteilt. Dieses sogenannte "Sexting" hat zu einer markanten Zunahme von Verurteilungen wegen Pornografie geführt.
Registrierte die bernische Justiz in den Jahren 2009 bis 2012 noch sechs bis vierzehn Verurteilungen wegen Pornografie pro Jahr, waren es im vergangenen Jahr bereits 54, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Tätigkeitsbericht der bernischen Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern hervorgeht.
Dass dem so ist, hängt für die kantonale Staatsanwaltschaft "primär mit dem Umstand zusammen, dass viele Jugendliche im Besitz von Smartphones sind und "Sexting" ein verbreitetes Verhalten unter Jugendlichen darstellt." In allen Regionen des Kantons ist diese Zunahme festzustellen.
Gefahren zu wenig bekannt
Oftmals seien die Jugendlichen, welche sich gegenseitig solche Bilder zuschickten, gleichen Alters oder befreundet, beziehungsweise untereinander bekannt, heisst es im Bericht weiter. Besonders wenn Jugendliche unter 16 Jahren sich Sex-Bilder zuschickten, seien die Fälle nicht einfach zu qualifizieren.
Wegen der Risiken, die mit dem Gebrauch von modernen Kommunikationsmitteln einhergehen, hat die Stiftung Pro Juventute im vergangenen Herbst schweizweit eine Aufklärungskampagne gestartet (persoenlich.com berichtete). Studien und Umfragen hatten zuvor gezeigt, dass die mit den modernen Technologien verbundenen Gefahren zu wenig bekannt sind. (sda)

