29.05.2015

Schweizer Theatertreffen

Stefan Kaegi gewinnt Grand Prix Theater

"Ein Virtuose" sei er, sagt Bundesrat Alain Berset.

Anlässlich der Eröffnung des zweiten Schweizer Theatertreffens in Winterthur ist der gebürtige Solothurner Stefan Kaegi am Donnerstagabend mit dem Schweizer Grand Prix Theater/Hans-Reinhart-Ring 2015 ausgezeichnet worden.

Als Mitglied des deutsch-schweizerischen Theaterkollektivs Rimini Protokoll entwickelt er Theater auf der Bühne oder in freien Räumen, bei dem keine Profis, sondern sogenannte "Experten des Alltags" im Zentrum stehen.
 
"Ein Virtuose" sei Stefan Kaegi, so Bundesrat Alain Berset in seiner Laudatio, wenn es darum gehe, die Trennung zwischen Bühne und Zuschauer aufzuheben. Kaegi und die deutschen Kollektivmitglieder Helgard Haug und Daniel Wetzel gelten als Begründer eines Reality-Trends, der sich dadurch auszeichnet, dass "nicht Schauspieler auf der Bühne stehen - sondern einfach Menschen".
 
"Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen", schreibt Jurymitglied Anja Dirks in einem Mediencommuniqué des Bundesamts für Kultur (BAK). "Verblüffend und horizonterweiternd" seien die Dramen des Alltags, die sie für das Theater entdeckten.
 
Ein Ring und 100'000 Franken
 
Der 1972 in Solothurn geborene Kaegi erhält ein Preisgeld von 100'000 Franken und einen eigens für ihn hergestellten Ring. Zudem gebührt ihm Präsenz in einer viersprachigen Publikation, die Ende Jahr in der Reihe "MIMOS. Schweizer Theater-Jahrbuch" erscheint.
 
Stefan Kaegi arbeitet seit dem Jahr 2000 mit Haug und Wetzel zusammen. Seit 2002 laufen alle seine Arbeiten unter dem Label Rimini Protokoll, dessen Hauptquartier sich im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) befindet. Das Kollektiv gewann zahlreiche Preise, darunter einen Spezialpreis des Deutschen Theaterpreises Der Faust (2007) und den Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig (2011). (sda)

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