10.03.2021

Nuclear Games

Zehn Jahre nach Fukushima

Das Zürcher Studio Docmine hat eine Web-Documentary produziert und setzt dabei auf ein neu entwickeltes Storytelling-Format. Das Projekt wird im Frühsommer lanciert.
Nuclear Games: Zehn Jahre nach Fukushima
Zehn Jahre nach Fukushima produziert das in Zürich ansässige Studio Docmine die Web-Documentary «Nuclear Games». (Bild: Screenshot Docmine)

Vor zehn Jahren blickte die Welt mit Entsetzen nach Japan, als im Kernkraftwerk von Fukushima durch eine Kernschmelze grosse Mengen an Radioaktivität freigesetzt wurden. Ausgerechnet in der betroffenen Provinz Fukushima plant die japanische Regierung diesen Sommer einige olympische Wettbewerbe durchzuführen. Aus diesem Anlass produziert das Zürcher Studio Docmine eine Web-Documentary mit dem Titel «Nuclear Games» und setzt dabei auf ein neu entwickeltes Storytelling-Format.

Die von SRF koproduzierte Web-Documentary blickt in interaktiven Manga-Stories auf acht Jahrzehnte des nuklearen Zeitalters zurück, wie es in einer Mitteilung von Docmine heisst. Die Olympischen Spiele in Tokio dienen als Metapher für die Verdrängung der atomaren Gefahren. «Es ist absurd, dass die Nationen friedliche Spiele in Tokio zelebrieren, während zeitgleich in Bunkern der Atommächte Generäle bereit sind, innerhalb einer Stunde ganze Kontinente auszulöschen», wird der kreative Leiter des Projekts, Patrick M. Müller von Docmine, in der Mitteilung zitiert.

Der Projektname «Nuclear Games» gehe aber auch auf Japans Pläne zurück, in der Provinz Fukushima einen Teil der olympischen Wettbewerbe durchzuführen. «Eine reine Propaganda-Aktion und politische Instrumentalisierung der olympischen Idee», so der Autor Daniel von Aarburg, der das Skript für die interaktiven Mangas verfasst hat.

Innovatives «Scrollytelling»-Format

In einem eigen entwickelten, digitalen «Scrollytelling»-Format erzählt die Web-Documentary fünf Stories aus der Geschichte der Nukleartechnologie, welche mit Clips sowie Texten des Autors Michael Fischer («Atomfieber») vertieft werden. Das Format hat Docmine gemeinsam mit den Entwicklern von Code Lane, einem Spin-off des Disney Research-Lab in Zürich, entwickelt.


Docmine konnte bei der Finanzierung auf eine Transmedia-Unterstützung durch die Zürcher Filmstiftung und durch das Bundesamt für Kultur (BAK) / Media Desk Suisse zählen. Das Projekt wird im Frühsommer 2021 lanciert.

Kreative Leitung und Produzent: Patrick M. Müller; Autoren: Daniel von Aarburg und Michael Fischer; Animierte Mangas: Berkant Dumlu, Jörn Peper; Art Director: Regina Dziallas; Sounddesign und Interactive Design: Studio Feix, Berlin; Programmierung: Guido Koch, Manuel Lang, Ilya Savchenko, Philipp Bornhauser; Interaktive Grafiken: Lisa Stanzel, Gabriela Gehrer; Schnitt: Remo Koch; Intro-Konzeption: Heikko Böhm; Produktionsleitung: Moira Rehsche. (pd/cbe)

 



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