10.08.2019

Native Advertising

Internetnutzer misstrauen getarnter Werbung

Nur 22 Prozent vertrauen den Inhalten von Native Ads. Dies zeigt eine Umfrage der Marketing-Plattform Outbrain. Besonders verdächtig finden die Befragten Inhalte auf Facebook. Trotz Misstrauen können Native Ads auch positive Effekte haben.
Native Advertising: Internetnutzer misstrauen getarnter Werbung
Native Ads lösen bei den Internet-Usern ein grosses Misstrauen aus. (Bild: Pixabay)

Nur wenige Internetnutzer vertrauen Native Advertising, wie eine Umfrage der Marketing-Plattform Outbrain zeigt. Bei Native Advertising handelt es sich um Werbung, die durch ihre Aufmachung redaktionellen Inhalten ähneln und oft auf den ersten Blick gar nicht wie Werbung anmuten.

«Unternehmen definieren sich nicht selbst, sondern werden über das, was sich Konsumenten untereinander darüber erzählen, definiert. User im Internet vertrauen eher anderen Usern als Firmen», sagt Marketingexperte Bernd Pfeiffer von LimeSoda gegenüber Pressetext. «Viele Unternehmen verstehen das noch immer nicht und wollen sich das Vertrauen erkaufen. Das tun sie unter anderem, indem sie redaktionelle Inhalte kaufen.»

Outbrain hat die Umfrage online mit etwa 1000 erwachsenen Usern durchgeführt. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) hat in den vergangenen sechs Monaten eine Native Ad angeklickt, doch nur 22 Prozent haben dem vertraut, was sie gelesen haben. Inhalte auf Facebook gelten als besonders verdächtig, nur 17 Prozent der Befragten vertrauen ihnen. Die Inhalte von Native Ads sind nicht immer verständlich. 57 Prozent begreifen, was ihnen solche Werbungen im Internet sagen wollen, bei Facebook verstehen allerdings nur 51 Prozent die Inhalte von Native Ads.

Usern besser nichts vorspielen

Trotz des Misstrauens können Native Ads auch positive Effekte haben. Empfehlungen über Produkte durch Native Advertising können für User durchaus bereichernd sein. Mehr als ein Drittel (40 Prozent) der Befragten findet durch diese Empfehlungen immer wieder interessante Inhalte. Fast die Hälfte (46 Prozent) meint, sie hätte aus den Empfehlungen schon einmal etwas gelernt.

Pfeiffer rät davon ab, sich das Vertrauen der User mit scheinbar redaktionellen Inhalten zu erschleichen: «Bei ihrer Werbung sollten Unternehmen ehrlich sein. Sie sollten keine Mischformen verwenden und den Usern nicht etwas vorspielen. Die Leute erkennen versteckte Werbung im Internet mittlerweile sehr gut und enthüllen sie online. Da User in diesem Fall miteinander negativ über ein Unternehmen sprechen, schadet das dessen Ruf nur», so der Experte. (pte/cbe)

 



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