Der Claim «Erst Ja, dann ahh» in der von Spinas Civil Voices für Amnesty International entwickelten Kampagne verfehle das Ziel, schrieb Professor Christian Fichter im «Tages-Anzeiger». Es sei pure Ironie, dass sich «ausgerechnet eine Kampagne gegen sexuelle Übergriffe des Softporno-Formats bedient» (persoenlich.com berichtete). «Sex braucht die Zustimmung aller Beteiligten. Implizit oder explizit, aber unmissverständlich. Alles andere ist Vergewaltigung und gehört bestraft. Das wissen alle, sogar Vergewaltiger», so Fichter in seiner Kolumne.
Sein Argument sei kurzsichtig, so die Antwort von Laura Kaufmann in der Mittwochs-Ausgabe des «Tages-Anzeigers». Fichter blende aus, dass Menschen sehr oft unvernünftig handeln würden. Auch wenn man wisse, dass Rauchen schädlich sei und man nicht betrunken Autofahren sowie keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben soll, passiere dies regelmässig. Genau deshalb lege man in der Schweiz viel Wert auf Prävention. Die Kampagne sei bestens geeignet, um die junge Zielgruppe zu erreichen, so Kaufmann.
Gemäss Sexualstrafrecht gelte derzeit eine Opt-out-Situation. «Das heisst, die Frau muss sich körperlich zur Wehr setzen oder mindestens explizit ihre Ablehnung ausdrücken, wenn sie keine sexuellen Handlungen eingehen will. Die bessere – und von Amnesty mit einer Petition geforderte – Variante ist aber Opt-in», so Kaufmann weiter.
Man könne Jugendliche, die schon im Primarschulalter pornografische Inhalte sehen würden und kaum eine realistische Vorstellung davon hätten, wie Sex im richtigen Leben funktioniere, nicht oft genug daran erinnern: Sex brauche die Zustimmung von beiden. (cbe)


