08.06.2001

Scholz & Friends im Unterhaltungsgeschäft

Werbung und Unterhaltung sollen zusammenfliessen. Scholz & Friends hat durch ein neues Firmenkonstrukt Zugang in den Unterhaltungssektor. Die britische Holdinggesellschaft Cordiant will mit Scholz & Friends und dem Produzenten für TV-Shows, United Vision Entertainment (UVE), in Zukunft Werbung und Unterhaltung aus einem Guss machen. Die Idee: Mit Events, TV-Produktionen bis hin zu Non-Fiction- und Spielfilmproduktionen soll ein neues Werbezeitalter anbrechen. Sebastian Turner, Geschäftsführer von Scholz & Friends in Berlin und Chef von ADC Deutschland, über die Idee:
Scholz & Friends im Unterhaltungsgeschäft

Sie wagen sich auf ein unbekanntes Terrain. Was steckt hinter der Idee, Werbung und Unterhaltung zusammenzubringen?

Wir haben festgestellt, dass die Kunden immer mehr neben der klassischen Werbung weitere Werbeformen suchen, um wirtschaftlicher zu sein. Uns sagen Kunden immer wieder, dass sie den Zugang zu den Kommunikations- und Produktionskanälen im TV- und Unterhaltungsbereich suchen. Das Bedürfnis ist immens. Wir glauben an die Zukunft dieser Werbeform.

Was heisst das in der Praxis: Wie soll sich zum Beispiel eine Versicherung auf diesem Weg verkaufen?

Das hängt von der Marke und ihrer Zielrichtung ab. Das kann eine Reise- oder Autosendung sein, eine Ratgebersendung zur Alterssicherung oder aber ein Unterhaltungsformat, bei dem man eine Alterssicherung gewinnen könnte. Es gibt bereits genügend Beispiele, wo das perfekt funktioniert: MTV ist ganz nebenbei eine Plattform für Promotionsvideos, Formel Eins ist das Forum der Autoindustrie, das Rezeptbuch von Dr. Oetker oder der Shell-Atlas sind überzeugende Markentransfers. Überall wird erfolgreich für einen Namen geworben.

Gibt es eine Firma, die bei diesem Zusammenschluss zwischen Werbung und Unterhaltung als Vorbild diente?

Ich kenne einen anderen Anbieter, wir dürften zumindest in Europa die ersten sein, die bewusst mit einem Partner aus der Unterhaltungsindustrie zusammenarbeiten.

Das ist eine neue Ausrichtung ihrer Agentur, gibt es da für S & F einen neuen Namen?

Nein. Aber es ändert sich die Geschäftsform in Scholz & Friends AG. Wie es der Name bereits sagt, werden wir an die Börse gehen, wir suchen den Zugang zum Kapitalmarkt und wollen auf diese Weise auch die Mitarbeiter am Erfolg teilhaben lassen.

Warum gehen sie mit nur 20 Prozent an die Börse?

Das ist ein üblicher Umfang an der deutschen Börse. Cordiant glaubt an den Erfolg dieses Angebotes und will die Mehrheit der Aktien behalten.

Macht diese neue Firma eigene Produktionen oder kauft sie die Unterhaltung wie viele andere ein bei Marktleadern wie zum Beispiel Endemol?

Mit unserem Partner United Visions werden wir die Möglichkeit haben, alles selbst zu produzieren. Sie sorgen für die Live-Unterhaltung oder auch für Inernet-Applikationen. Egal, welcher Auftritt sich der Kunde wünscht, wir können ihm jetzt den Zugang verschaffen. Die klassischen Werbefilme werden wir jedoch weiter auf dem gewohnten Weg produzieren.

Weshalb glauben Sie, nimmt die Wirkung der Werbung auf dem klassischen Weg ab, mit Zeitschriften, Werbespots, Plakaten?

Es wird immer mehr, deshalb hat es die einzelne Botschaft schwerer. Wir müssen neben der Werbung, die die Menschen als Werbeblock anspricht, zu Formen kommen, die die Menschen direkt ansprechen wie etwa Fernsehprogramme.



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