19.08.2019

Wahlen 2019

Selbst SVPler kritisieren das Wurm-Sujet

Es sei «ekelhaft» und «ungeschickt»: Das Kampagnen-Sujet, mit dem die SVP den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Herbst lanciert, sorgt für Kritik und für heftiges Medienecho. Trotzdem will die Parteileitung am Sujet festhalten.

Das Sujet zeigt einen Apfel mit dem Schweizerkreuz, der von Maden, Würmern oder Raupen zerfressen wird. Diese wurmartigen Getiere stehen für die anderen Parteien und die EU, wie die farbigen Markierungen an deren Körper vermuten lassen.  

Das Kampagnen-Sujet, mit dem die SVP den Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Herbst lanciert, sorgt für Kritik und für heftiges Medienecho. So berichten «Blick», die Tamedia-ZeitungenNZZ oder «20 Minuten» über Reaktionen. Demnach gab es auf Social Media neben zahlreichen sehr negativen Kommentaren, Hinweise auf die ähnliche Bildsprache des nationalsozialistischen «Stürmer».

Eine Steilvorlage für Satiriker. Der «Nebelspalter» reagierte rasch und veröffentlichte auf Facebook einen «Gegenvorschlag (auf gleichem Niveau)»:

Parteichef Albert Rösti verteidigte die Kampagne im «Sonntagsblick». Die SVP nutze diese Bildsprache, um die Gefahren für das Land herauszustreichen. Er sieht ein Komplott im Gange, alle Parteien ausser der seinigen würden nach den ­Wahlen das Rahmenabkommen durchwinken, so Rösti im Sobli.

Ob die SVP diese Kampagne intern erarbeitet hat oder in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur, wollte sie nicht sagen. «Wir geben dazu grundsätzlich keine Auskunft», sagt Mediensprecherin Andrea Sommer am Montag auf Anfrage von persoenlich.com. (eh)



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Kommentare

  • Ueli Custer, 20.08.2019 09:33 Uhr
    Ausgerechnet die Partei, die schweizerische Werte dauernd mit Füssen tritt und sich jetzt sogar auf das Niveau herunterlässt, die andern Parteien als Ungeziefer zu bezeichnen, redet von einem Komplott weil andere Parteien eine andere Position beziehen als sie. Mit andern Worten: Parteien, welche die Meinung der SVP nicht teilen, machen ein Komplott. Ein solches Demokratieverständnis disqualifiziert diese Partei wohl definitiv als Partei mit schweizerischen Werten. Arme SVP!
  • Victor Brunner, 20.08.2019 11:56 Uhr
    Für SVP Mitglieder und Exekutivmitglieder der Partei gibt es nur eines, von der braunen Kampagne distanzieren, sonst sind sie nicht mehr glaubwürdig. Kommunen sollten das hängen der Plakate auf öffentlichem Grund verbieten! Plakatgesellschaften sollten die Annahme des Plakates mit dem "Stürmer"-Sujet verweigern. Es ist eine gesellschaftliche Frage, den braunen SVP Sumpf bekämpfen oder akzeptieren! Politische Plakate dürfen kritisch, kämpferisch, angriffig sein, aber nicht ganze Bevölkerungsgruppen aufs übelste beleidigen!

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