26.05.2025

Schweizer Wanderwege

So geht der Toilettengang im Freien richtig

Der SAC und Schweizer Wanderwege sensibilisieren mit ihrer neu lancierten Kampagne für umweltschonendes Verhalten bei der Notdurft.
Schweizer Wanderwege: So geht der Toilettengang im Freien richtig
Die Initiative #ScheissMoment reagiert auf ein Problem in Naherholungsgebieten, wo sich an Wanderrouten und Rastplätzen Hygieneartikel sammeln. (Bild: zVg)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC) und der Verband Schweizer Wanderwege haben eine Sensibilisierungskampagne zum umweltgerechten Verhalten bei der Notdurft im Freien lanciert, heisst es in einer Mitteilung. Die Initiative #ScheissMoment reagiert auf ein weit verbreitetes Problem in Naherholungsgebieten, wo sich an beliebten Wanderrouten und Rastplätzen zurückgelassene Papiertücher und andere Hygieneartikel sammeln.

Unwissen führt zur Umweltsbelastung

Die unsachgemässe Entsorgung von Körperausscheidungen in der Natur habe laut Mitteilung verschiedene negative Auswirkungen auf die Umwelt. Papiertücher benötigen bis zu fünf Jahre für die vollständige Zersetzung, Feuchttücher sogar noch länger. Zudem können Schadstoffe und Arzneimittelrückstände in Ausscheidungen Gewässer belasten und sensible Lebewesen in aquatischen Ökosystemen beeinträchtigen.

Zur Vermeidung solcher Situationen empfehlen die Fachorganisationen bereits bei der Tourenplanung bewusst WC-Stopps einzuplanen und vor dem Aufbruch eine Toilette aufzusuchen, beispielsweise bei Seilbahnen, Berghütten oder in Restaurants. Wer dabei etwas konsumiert, unterstützt gleichzeitig den kostspieligen Unterhalt der sanitären Infrastruktur.

Der Toilettengang geht auch umweltschonend

Falls dennoch keine Toilette erreichbar ist, sollte abseits des Weges ein geschützter Platz gesucht werden, wobei die Sicherheit zu beachten ist und keine Absturzgefahr bestehen darf. Dabei ist ein Mindestabstand von 50 Metern zu Gewässern einzuhalten. An der geeigneten Stelle soll mit einem Stein oder einer mitgebrachten Schaufel ein etwa 15 Zentimeter tiefes Loch gegraben oder eine vorhandene natürliche Mulde genutzt werden. Die Hinterlassenschaften werden anschliessend mit Steinen oder Erde abgedeckt.

Papiertücher und andere Hygieneartikel müssen mitgenommen und nicht in der Natur zurückgelassen werden. Hierfür eignen sich verschliessbare, geruchsdichte Plastiktüten, die später im Tal korrekt entsorgt werden können.

Die Fortsetzung der Initiative soll das Bewusstsein für die Auswirkungen unsachgemässen Verhaltens auf Tiere, Pflanzen und andere Naturbesucher schärfen. (pd/awe)


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