31.01.2001

"Unsere Kreativität beruht nicht nur auf Danielle Lanz"

Jetzt ist es offiziell: Creative Director Danielle Lanz verlässt Guye & Partner, wie "persoenlich.com" bereits am 15. Januar vermeldete. Nach längeren Verhandlungen über eine mögliche Partnerschaft, die erfolglos blieben, gründet Lanz diesen Sommer ihre eigene Agentur. "persoenlich.com" hat Christophe Guye (Bild) nach den Hintergründen und Folgen von Lanz' Abgang befragt. Das Interview:
"Unsere Kreativität beruht nicht nur auf Danielle Lanz"

Was sind die Gründe dafür, dass die Verhandlungen zwischen Ihnen und Danielle Lanz über eine mögliche Partnerschaft geplatzt sind?

Da wir beide Stillschweigen vereinbart haben, kann ich Ihnen zu diesem Punkt nichts sagen.

Sind weitere mögliche Partnerschaften im Gespräch?

Nun, natürlich habe ich konkrete Gedanken, wer im Hinblick auf die Ziele unserer Agentur zu uns passen würde.

Sie überlegen – aber verhandeln Sie auch?

Konkret will ich dazu jetzt noch nicht sagen.

Wie realistisch ist die Möglichkeit, dass Sie die Agentur verkaufen, zum Beispiel an ein ausländisches Netzwerk?

Es gibt da ein paar ganz hartnäckige Gerüchte. Eins davon lautet zum Beispiel, dass Guye & Partner von Publicis übernommen werde. Dieses und all die anderen dementiere ich hiermit nochmals ausdrücklich. Offenbar sind wir in unserer Position ein interessanter Partner für andere Agenturen. Was auch die regelmässigen Anfragen beweisen, die ich erhalte. Auch dieses Jahr ist mir bereits wieder ein Angebot unterbreitet worden, das ich wie all die anderen interessehalber geprüft habe. Ich kann Ihnen aber versichern, dass zur Zeit keine konkreten Gespräche laufen und schon gar keine Gespräche im Zusammenhang mit irgendeiner Übernahme. Das Ziel von Guye & Partner ist es nicht, mit einem Partner zusammenzugehen, sei der national oder international. Wir wollen uns vielmehr als eigentliche kreative Fullservice-Agentur positionieren, mit dem Ziel, nationale integrierte Kampagnen von bedeutender Grösse zu machen. Unser Ziel ist es, unter die ersten 20 Agenturen der Schweiz vorzustossen, und dies aus eigener Kraft.

Besteht mit dem Abgang von Danielle Lanz die Gefahr, dass Sie Budgets verlieren könnten?

Momentan ist das nicht der Fall. Natürlich ist es immer möglich, dass man ein Budget verliert. Die meisten Budgets, die wir zur Zeit betreuen, bewegen sich aber in einer Grössenordnung, für die es auch eine gewisse Agenturleistung braucht. Abgesehen davon haben wir schon wieder ein paar neue Kunden im Köcher, wie zum Beispiel Fanta, von denen man im Frühling erste Arbeiten sehen wird.

Wie will die Agentur ihre Kreativität aufrechterhalten?

Es ist nicht so, dass unsere Kreativität nur auf Danielle Lanz beruht. Guye & Partner ist seit sieben oder acht Jahren in Bezug auf Kreativität unter den ersten zehn Schweizer Agenturen. Wir haben zwei sehr starke Teams inhouse und arbeiten mit diversen sehr guten Freelancern zusammen.

Wie heisst der neue Creative Director?

Das kann ich noch nicht sagen.



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