Es gibt viele Themen, die keine Interessenvertreter haben. Was tun mit Projekten, die einen umtreiben, die aber mit den Kunden der Agentur in keiner direkten Verbindung stehen? Was tun mit persönlichen Ideen, die keinem Geschäftszweck dienen, die man aber unbedingt umsetzen will? «Man gründet eine eigene Non-Profit-Organisation», sagten sich die beiden Agenturen Freundliche Grüsse und Schroten. Sie seien mit diesem Vorhaben «die ersten Schweizer Agenturen, die eine eigene gemeinsame Non-Profit-Organisation gründen», schreiben sie in einer Mitteilung.
Gemeinsam mit Adrian Schräder und Michèle Roten von der jungen Agentur Schroten und der selbstständigen Kuratorin Georgina Casparis gründete Freundliche Grüsse respektive deren Agenturinhaber Pascal Deville und Samuel Textor 2021 die eigene Non-Profit-Organisation «Create Positive Impact». Die als Verein konstituierte NPO habe zum Zweck, «mit kreativen Aktionen, Content und Dialogarbeit dort aktiv zu werden, wo keine kommerziellen Interessen und keine institutionellen Fürsprecher vorhanden sind – alleine oder in Zusammenarbeit mit Partnern», heisst es in der Mitteilung.
«Für Ideen mit gesellschaftlichem Anspruch»
Warum ist das für Freundliche Grüsse wichtig? «Wir arbeiten mit vollem Elan für unsere Kunden. Die NPO ist die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Die Gesinnung dahinter ist die gleiche: der positive Impact. Hier geben wir Ideen mit gesellschaftlichem Anspruch, die quer im Raum stehen und keine direkten Interessenvertreter kennen, ein Gefäss, verwirklicht zu werden», sagt Samuel Textor auf Anfrage.

Es werden mit verschiedenen Initiativen Menschen unterstützt, die auf der Flucht sind oder ausgegrenzt werden, es wird für Offenheit, Toleranz und Farbe im öffentlichen Raum gekämpft.
Erstes Projekt in Witikon
Aktuell etwa mit dem Kunstprojekt Farbenberg, mit dem das Zürcher Stadtquartier Witikon aufgewertet werden soll. «Das ist Quartierentwicklungsprojekt, das Kunst, Kreativität und maximale Partizipation zusammenbringt. Wir wollen Witikon aufwerten. Wir, das sind die Kuratorin Georgina Casparis – bekannt von der Manifesta oder von hochhaus.be und ebenfalls Mitglied von CPI – , die reformierte Kirche, das GZ, der Verein Kulturnetz und ich als glücklicher Jungwitiker», erklärt Adrian Schräder.
Er weist darauf hin, dass «grundsätzlich jeder, der daran interessiert ist, für positive Veränderung zu sorgen» Projekte eingeben und Mitglied werden kann. (pd/eh)

