25.08.2000

Al Gore und George W. Bush als Trendsetter der neuen Rhetorik

9. Jahresliste der besten Redner und Kommunikatoren der Welt von Harry Holzheu.

Die Zeit der "barocken” Redner ist weltweit, auch in der Schweiz, vorbei. Gefragt sind eher zurückhaltende und sogar rhetorisch fehlbare Redner. Das macht sie menschlich. Weil sie dadurch authentisch sind, erwecken ihre kleinen rhetorischen Fehlleistungen Sympatie und Vertrauen. Diese Meinung vertritt Harry Holzheu, Zürcher Unternehmensberater für Führungskommunikation, in seiner 9. Jahresliste der besten Redner der Schweiz und Europas. Erstmals wurden US-amerikanische Redner in das Szenario aufgenommen.

Mit Al Gore und George W. Bush vermochten sich gleich beide Präsidentenanwärter der Vereinigten Staaten als führende Vertreter des zeitgemässen Rhetorikstils des "Understatements" auf den obersten Rängen der aktuellen Liste zu platzieren. Trocken, gradlinig und TV-konform gehen die Redner zur Sache, ohne gezwungene Brillianz und Geschliffenheit in der Sprache. Sie tun dies einerseits aufgrund ihrer Anlagen sowie aus der Überzeugung, dass rhetorische Perfektion distanziert und für viele künstlich und unglaubwürdig wirkt.

Auch Deutschlands Finanzminster Hans Eichel und SPD-Geschäftsführer Franz Müntefering bleiben mit ihrer Sprache nahe am Volk. Damit überzeugen sie – so Harry Holzheu – als deutsche Trendsetter der neuen Rhetorikschule. In der Schweiz haben sich Bundesrat Moritz Leuenberger und FDP-Parteipräsident Franz Steinegger (Politik), sowie Nestlés Verwaltungsratspräsident, Rainer E. Gut (Unternehmer), diese Auszeichnung verdient. In Österreich fällt der Entscheid zugunsten von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.



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