01.02.2017

Aussenwerbung

APG-Monopol in Basel fällt 2018

Den Zuschlag für den Betrieb von Plakatflächen erhalten vier Unternehmen. Clear Channel wird damit erstmals Vermarktungspartner des Kantons Basel-Stadt. Die Regierung hat mit der Neuvergabe der Konzession ihre Einnahmen mehr als verdreifacht.
Aussenwerbung: APG-Monopol in Basel fällt 2018
Nicht mehr nur die APG allein, sondern vier Firmen vermarkten ab 2018 die 4500 Plakatflächen in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Ab 2018 dürfen vier Firmen statt nur einer die insgesamt 4500 Plakatflächen in Basel-Stadt nutzen. Die Regierung hat mit der Neuvergabe der auslaufenden Palakatkonzession ihre Einnahmen mehr als verdreifacht.

Die markanten Mehreinnahmen für den Kanton seien der Ausschreibung zu verdanken, teilte das Bau- und Verkehrsdepartement am Mittwoch mit. Man rechne mit jährlichen Einnahmen von über neun Millionen Franken. Für die Werbekunden würden die Preise für Plakatwerbung auf öffentlichem Grund hingegen sinken.

Die geltende Plakatkonzession der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG|SGA) läuft am 31. Dezember 2017 aus. Deshalb wurden alle Plakatflächen im öffentlichen Raum im September 2016 öffentlich ausgeschrieben (persoenlich.com berichtete). Die bestehenden Plakatstandorte wurden in elf Gruppen, sogenannte Lose, aufgeteilt.

Für die 2000 grossformatigen und 2500 kleinformatigen Plakatflächen hatten sich sieben Firmen beworben. Bei den Grossen kam die bisherige Konzessionsinhaberin Allgemeine Plakatgesellschaft APG bei sieben Losen zum Zug, die Firma Clear Channel bei zwei Losen. Bei den Kleinen wurden Kulturbox und Kulturservice berücksichtigt.

Die neue Konzession gilt für zehn Jahre, also bis und mit 2028. Sie bringt auch neuere Technik auf Basler Allmend, namentlich digitale Plakatflächen und Leuchtdrehsäulen. Der Kanton habe «in der Ausschreibung auf eine zurückhaltende Gestaltung der digitalen Werbeflächen Wert gelegt», hiess es weiter.

Clear Channel zum ersten Mal in Basel

Erstmals überhaupt wird Clear Channel Schweiz Vermarktungspartner des Kantons Basel-Stadt. Der Vermarkter gewinnt in der Ausschreibung des Kantons Basel das Los mit elf digitalen Werbeflächen an Top-Lagen in Basel-Stadt, wie es in einer Mitteilung heisst. Die elf Screens in Basel können mit dem digitalen Angebot in Zürich und Luzern kombiniert werden.

Mit den beleuchteten F200-Flächen des Basler Parkleitsystems ergänzt Clear Channel zudem ihr jetzt umfassendes Angebot an beleuchteten F200-Plakatflächen an bester Lage in den vier grossen Deutschschweizer Städten Zürich, Basel, Bern und Luzern. Mit den neu hinzugewonnen Plakatflächen in Basel schliesst Clear Channel eine wichtige Lücke in ihrem nationalen Angebot.

APG bleibt Marktleader

Auch die APG meldet sich mit einer Mitteilung und schreibt, sie habe den Zuschlag für sämtliche, bestehende Flächen in den Formaten F200, F12 und F4 erhalten, wie auch für über 250 F200-Leuchtplakate an Premium-Standorten. Dies seien praktisch alle F200L-Standorte in der Stadt Basel.

Ebenso hat sich die APG laut Mitteilung die Bauwandplakatierung sowie die Option der exklusiven Umsetzung von neun Leuchtdrehsäulen an Top-Standorten gesichert. Zudem wurde dem Vermarkter das zukunftsträchtigste Los 6 mit insgesamt 22 neuen digitalen City ePanels an Top-Lagen zugesprochen. Damit bleibe APG nicht nur im analogen Bereich Marktleader, sondern baue die führende Stellung im digitalen Segment markant aus.

Ärger mit der Konzession vor 15 Jahren

Die Plakatkonzession hatte in Basel um die Jahrtausendwende für Ärger gesorgt: Damals hatte das Baudepartement die Konzession der APG erteilen und dafür von dieser WC-Anlagen bezahlen lassen wollen. Der Grosse Rat stoppte diesen Deal, weil damit dem Kanton über die 15-jährige Laufzeit insgesamt zwischen 32 und 42 Millionen Franken entgangen wären – bei einer Gegenleistung von etwa sechs Millionen (persoenlich.com berichtete). (sda/pd/cbe)


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