Die sechs grössten Postdienst-Arbeitgeber wollen mit den Gewerkschaften einen branchenweiten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) erarbeiten. Dazu planen sie einen neuen Arbeitgeberverband. Der GAV soll Mindeststandards für die Arbeit in Unternehmen bringen, die Postdienstleistungen erbringen und unadressierte Werbung verteilen.
Die entsprechenden Dienstleister sind aktuell in drei Verbänden organisiert: KEP+Mail (private Postdienstleister), Swissmessengerlogistic (SML, Verband für Velokuriere und urbane Kurierdienste) und Kurierverband (Verband der Schweizerischen Kurierunternehmen). Einen übergeordneten Verband gibt es nicht, wie die Organisationen am Montag mitteilten.
Entsprechend fehlt ein GAV. Der Verband der privaten Postdienstleister und die grössten Logistiker wie die Schweizerische Post oder Planzer wollen deshalb den neuen Arbeitgeberverband «Zustellung Schweiz» gründen. Mitmachen werden auch die Zeitungs- und Werbezusteller, die ebenfalls einen neuen Verband schaffen.
«Zustellung Schweiz» soll als Dachverband mit den Gewerkschaften Syndicom und Transfair GAV-Verhandlungen für Postdienste und die Zustellung unadressierter Werbung aufnehmen. Der GAV soll Unternehmen abdecken, welche Dienstleistungen im Sinn des Postgesetzes erbringen.
Diese holen und verteilen adressierte Sendungen mit einem Gewicht bis zu 30 Kilogramm. Nicht als Postdienste gemäss dem Gesetz gelten Zeitungs- und Werbezusteller, die unadressierte Prospekte und Gratiszeitungen vertragen.
Deren ähnliche Tätigkeit legt gemäss dem neu zu gründenden Arbeitgeberverband aber nahe, dass auch sie dem GAV unterstehen sollen. Bei erfolgreichem GAV-Abschluss wollen die Sozialpartner beim Bundesrat die Allgemeinverbindlichkeit beantragen. Ein Vertragsabschluss ist im Verlauf des Jahrs 2022 zu erwarten, wie es weiter hiess. (sda/tim)

