28.02.2001

"Auch RMB wird schon bald eine allgemein bekannte Marke sein"

Am 1. April wird aus der CineCom & Media AG die RMB Switzerland. Damit schliesst RMB International die deutschsprachigen Lücken in ihrem europäischen Vermarktungsnetzwerk und ist auch in der Schweiz vertreten. "persoenlich.com" hat Matthias Luchsinger (Bild), CEO RMB Switzerland, zu den Hintergründen der Integration befragt. Das Interview:
"Auch RMB wird schon bald eine allgemein bekannte Marke sein"

Aus CineCom wird RMB – alter Wein in neuen Schläuchen?

So gesehen ja. Die CineCom legt sich tatsächlich nur einen neuen Namen zu – unsere Kunden bleiben die gleichen, unsere Partner bleiben die gleichen und auch wir bleiben die gleichen. Der neue Name hat aber einen grossen Vorteil, um beim Bild vom Wein zu bleiben: Die Etikette "RMB" ist europaweit viel stärker bekannt als die Etikette "CineCom". Mit der Bezeichnung "RMB Switzerland" ist nun auch die CineCom in das in 17 Ländern unter "RMB" tätige Network eingebunden, und der Wiedererkennungseffekt ist dementsprechend sehr viel grösser.

Was ändert sich konkret für die CineCom-Kunden?

Zum Beispiel, dass unsere Post zukünftig auf neuem Briefpapier daherkommt (lacht). Es ist tatsächlich so, dass in erster Linie unser Aussenauftritt ändert. Schliesslich waren wir ja schon vorher im RMB-Network integriert, wenn auch nicht mit einer Mehrheitsbeteiligung. Generell soll RMB Switzerland zukünftig stärker in das internationale Netz eingebunden werden. Ein gutes Beispiel ist der International Sales: Ein in Brüssel stationierter Verantwortlicher deckt im Bereich internationale Kino- resp. TV-Kampagnen alle Länder ab und nützt so Synergien aus. Wenn also Nestlé oder auch Credit Suisse europaweit werben wollen, koordiniert ein einziger Ansprechspartner das ganze Package. Ein anderer Punkt ist, dass wir in der sogenannten "Area Central Europe", welche die Schweiz, Deutschland und Österreich umfasst, ebenfalls verstärkt Synergien ausschöpfen werden – dies vorallem im Marketingbereich. So ist u.a. ein gemeinsamer Internetauftritt geplant, der den deutschsprachigen Raum länderübergreifend abdecken wird.

Was ändert sich konkret für die CineCom-Mitarbeiter?

Das Ganze hat vorallem einen psychologischeen Kick. Vorallem für die Mitarbeiter, die schon länger mit dabei sind. Mit dem neuen Namen stellen wir klar, dass wir zu einem grossen Network gehören – internationaler sind. Vielleicht können wir nicht mehr ganz so frech und eigenständig handeln wie bisher. Andererseits können wir aber vielleicht mit unserer Spritzigkeit auf das ganze Network einwirken, neue Impulse geben. Lohnmässig bleiben wir aber alle auf der gleichen Stufe (lacht).

Sie sind seit letztem Sommer neben der Leitung der CineCom auch mit der Leitung der Area Central Europe betreut. Behalten Sie beide Funktionen inne?

Ja. Wobei ich mich künftig noch intensiver um Deutschland und Österreich kümmern werde. Ich bleibe zwar offiziell CEO in der Schweiz, aber aufgrund meiner vielen Auslandsaufenthalte ist vorgesehen, dass CSO Tarkan Ötzküp und Gallus Hensch als neuer Chief Financial Officer stärker in die Führung eingebunden werden. Und Jean-Claude Bruhin wird zusätzlich zu seiner Funktion als Marketing-Chef für die Schweiz die Marketing-Koordination der Area Central Europe übernehmen.

Wie sehen Ihre strategischen Pläne für die Schweiz mittelfristig aus?

In der Schweiz sind wir am stärksten diversifiziert. Unser Hauptziel muss es sein, unser Portfolio zu optimieren. Zur Zeit stehen wir auf den vier Beinen Kino, Fernsehen, Radio und Print. Mittelfristig wollen wir uns aber aus dem Radiobereich zurückziehen. Die frei werdenden Kräfte wollen wir im Internet-Bereich einsetzen. Ein Bereich, in dem wir uns bis jetzt sehr zurückgehalten haben, was aber sicherlich kein Fehler war, wenn man sich die negative Entwicklung in der Branche im letzten halben Jahr vor Augen hält. Wir glauben aber, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um zu günstigen Konditionen Know-how einzukaufen und sind momentan auch in Verhandlungen mit möglichen strategischen Partnern im Online-Bereich. Das Internet ist ein Thema, das wir uns sehr stark auf die Fahne zu schreiben gedenken.

Ebenfalls geplant ist eine RMB-Niederlassung in der Schweiz.

Das ist richtig, und zwar in den Räumlichkeiten der CineCom-Tochter Perdiag in Lausanne. Die Perdiag aquiriert vorallem im Bereich Lokalkino und soll nun ausgebaut werden. Managing Director wird Michael Steffan, ein langjähriger Mitarbeiter aus unserem Haus. Seine Hauptaufgabe wird es sein, uns in der Westschweiz strategisch stärker zu positionieren, indem er den Kontakt zu den Kinobesitzern vor Ort ausbaut und weitere Partner findet.

Und wie sehen Ihre Pläne für die Area Central Europe aus?

Generell geht es darum, sowohl in Österreich als auch in Deutschland unsere Position im Bereich der Kinovermarktung zu festigen und auszubauen. Aber auch die anderen Bereiche sollen ausgebaut werden. In Deutschland sind wir zur Zeit ja nur im Kinobereich tätig, wenn auch mit einem riesigen Marktvolumen von 200 Mio. Franken. Im Fernsehbereich führen wir momentan intensive Verhandlungen, und ich bin zuversichtlich, dass wir bis im Herbst ein paar starke Kunden gefunden haben werden. In Österreich haben wir beim Radio einen Marktanteil von rund 90 Prozent und im TV-Bereich vermarkten wir Sat.1. Aller Voraussetzung nach werden wir aber zusätzlich ab Herbst 2001 auch noch den Musiksender MTV in unserem Portfolio haben.

Die Bezeichnung CineCom ist eine Marke – RMB kennen die wenigsten. Werden Sie jetzt zum grossen Werbetrommler?

Ein Punkt ist sicherlich das Kick-off-Meeting im Zürcher Labyrinth Club von heute Mittwochabend, wo wir unseren Kunden, den Medien und der Öffentlichkeit unser neues Erscheinungsbild präsentieren werden. Unsere Business-Partner haben wir übrigens schon im voraus informiert. Und in den nächsten Tage startet eine grosse Werbekampagne aus dem Hause Seiler DDB, die den neuen Namen als Marke positionieren soll. Der Name "CineCom" ist übrigens auch erst sechs Jahre alt und wenn ich mich daran erinnere, wie schnell es damals ging, bis die alte Bezeichnung "CEFI" abgelöst war, bin ich mir sicher, dass auch "RMB Switzerland" schon bald eine allgemein bekannte Marke sein wird.

CineCom & Media AG (ab 1. April RMB Switzerland)

Die CineCom & Media AG wurde 1995 als Joint Venture zwischen Central-Film CEFI AG und Digital Cinefilm AG gegründet. Mit einem Umsatz von rund 70 Millionen Franken und 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt CineCom heute zu den wichtigsten Medienvermarktungsunternehmen der Schweiz. Mit einem Marktanteil von 95 Prozent ist CineCom Marktleader im Schweizer Kinomarkt. CineCom vermarktet neben Kinowerbung zusätzlich die Werbe- und Programmfenster von "SAT.1 Schweiz", den Musiksender "MTV", das Schweizer Kinomagazin close-up!, die Jugendmagazine kult und Toaster, das nationale Radioprogramm von "Radio 105" sowie das Luzerner Erlebniskino IMAX.

Die CineCom & Media AG wurde 1995 als Joint Venture zwischen Central-Film CEFI AG und Digital Cinefilm AG gegründet. Mit einem Umsatz von rund 70 Millionen Franken und 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt CineCom heute zu den wichtigsten Medienvermarktungsunternehmen der Schweiz. Mit einem Marktanteil von 95 Prozent ist CineCom Marktleader im Schweizer Kinomarkt. CineCom vermarktet neben Kinowerbung zusätzlich die Werbe- und Programmfenster von "SAT.1 Schweiz", den Musiksender "MTV", das Schweizer Kinomagazin close-up!, die Jugendmagazine kult und Toaster, das nationale Radioprogramm von "Radio 105" sowie das Luzerner Erlebniskino IMAX.

Im September 2000 hatte RMB International mit 75 Prozent die Aktienmehrheit der CineCom & Media AG übernommen. Ab 1. April 2001 treten CineCom sowie Central-Film CEFI AG und Digital Cinefilm AG neu unter dem Namen RMB Switzerland auf. Als Chief Executive Officer zeichnet weiterhin Matthias Luchsinger, der als Manager der RMB-Area Central Europe auch Chairman von RMB Deutschland und RMB Österreich ist.

RMB International



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