27.02.2009

Ryanair

Bald mit WC-Gebühr im Flugzeug?

Konsumentenschützer kritisieren Profit- statt Passagier-Politik.

Die irische Billigfluglinie Ryanair überlegt ernstlich, die Benutzung von Bordtoiletten kostenpflichtig zu machen. In einem BBC-Interview meint Ryanair CEO Michael O'Leary, dass es vorstellbar wäre, die Toilettentüren in den Flugzeugen mit Münzeinwurfschlitzen zu versehen. Die Konsumentenschutzorganisation Which? kritisierte den Vorschlag als eine Profit- statt Passagierpolitik.

Ryanair war erst in der Vorwoche heftiger Kritik ausgesetzt, als man angekündigt hatte, sämtliche Check-In-Desks bis Ende des Jahres zu schliessen, um die Kosten noch weiter zu senken. Die von Ryanair verkauften Flugtickets beschränken sich einzig und allein auf den Transportkosten.

Die Politik, dass aufgegebenes Gepäck nur gegen separate Aufgabegebühren mitgenommen wird, gibt es bereits bei anderen Billig-Fluggesellschaften auch. So verrechnet auch SkyEurope und AirLingus Gepäck separat. Wer beim Online-Buchen vergisst, ein gechecktes Gepäcksstück anzukreuzen, muss beim späteren Check-in tiefer in die Tasche greifen.

"Wir machen alles, damit der Flugpreis möglichst niedrig bleibt", verteidigt sich O'Leary. Er glaube nicht, dass jemand in ein Ryanair-Flugzeug steige und gar kein Geld bei sich trage. "Wenn sie am Bahnhof eine Toilette aufsuchen, müssen sie auch Geld haben, um dafür zu bezahlen", fügte der Airline-Chef hinzu.

Rochelle Turner, Head of Research bei Which? Holiday meinte, dass die Fluglinie offensichtlich keinen Pardon kenne, wenn es darum geht, noch irgendwo schnelles Geld zu machen. Offensichtlich spiele das Profitdenken eine grössere Rolle als der Komfort der Fluggäste. "Wer für die Toilette bezahlen muss, wird sich auch gut überlegen, die ohnehin überteuerten Getränke an Bord eines Ryanair-Flugzeugs zu konsumieren." (pte)


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