03.01.2021

Protest

Bindella schreibt an den Bundesrat

Mit ganzseitigen Inseraten in der Sonntagspresse richtet sich das grösste private Gastrounternehmen der Schweiz an die Landesregierung.

Das Zürcher Gastrounternehmen Bindella – mit über 1000 Mitarbeitenden die grösste private Restaurantkette der Schweiz – richtet sich mit einem offenen Brief an den Bundesrat, der ganzseitig in der Sonntagspresse publiziert wurde. Bindella beanstandet, dass die Schweizer Gastrobetriebe innert eines Jahres dreimal durch Zwang geschlossen worden seien. «Wie würde es Ihnen gehen, wenn Ihnen innert so kurzer Zeit drei Monatslöhne fehlten?», schreiben die beiden Firmenchefs Rudi Bindella senior und Rudi Bindella junior.

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Hälfte der Gastrobetriebe existenziell gefährdet

Der Schaden durch die bundesrätlichen Massnahmen sei enorm, folgern die beiden Bindellas. Der Betriebsausfall bei den 25'000 Schweizer Gastrobetrieben, die 250'000 Menschen beschäftigten, betrage etwa zehn Milliarden Franken, was rund 35 bis 40 Prozent des Vorjahresumsatzes ausmache. Etwa die Hälfte der Familien und Betriebe seien existenziell gefährdet, ohne dass dieser Schaden unverzüglich abgegolten würde.

Vorbild Deutschland und Österreich

Bindella zweifelt die bundesrätlichen Massenahmen gegen Corona nicht an, verweist aber auf den Umstand, dass lediglich drei Prozent der Neuansteckungen auf die Gastronomie entfallen. Deutschland und Österreich hätten dieses Problem besser gelöst, so das Gastrounternehmen. Positiv erwähnen sie in ihrem Schreiben das Instrument der Kurzarbeit, das einen Teil der Lohnkosten decke.

Bindella betreibt schweizweit rund 40 italienische Restaurants. Zudem ist das Familienunternehmen Importeur von 600 Weinen aus ganz Italien und Spanien. (ma)



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