09.03.2016

Marketing-Tag

«Das Herzblut spielt eine grosse Rolle»

Am Marketing-Tag wurde die Marketing-Trophy verliehen. Pam Hügli, Geschäftsführerin Serviceplan und Jurymitglied, über die Kriterien und Herausforderungen der Arbeit.
Marketing-Tag: «Das Herzblut spielt eine grosse Rolle»

Am 8. März fand der Marketingtag statt. Ein wichtiger Teil dabei ist die Verleihung der Marketing-Trophy, die als «Oscar der Marketingbranche» bekannt ist.

Folgende Unternehmen haben für ihren Case eine Auszeichnung erhalten:
In der Kategorie KMU: Elkuch Josef, Recycling Center mit Markenkern, Chur, mit dem Projekt «Supersack – ein Schritt in die richtige Richtung»
In der Kategorie NPO: Bookbridge mit Contexta AG, Bern, für das Projekt «Book-bridge Capability Programm»
In der Kategorie Grossunternehmen: Coop Genossenschaft, Basel, für das Projekt «Mondovino – Der Weinclub von Coop»
Der Publikumspreis ging an: Coop Genossenschaft, Basel, für das Projekt «Mondovino – Der Weinclub von Coop»
Der Sonderpreis ging an: SwissShrimp AG mit Bruppacher und Partner AG, Solothurn, für das Projekt «Markenaufbau SwissShrimp»

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Wie die Gewinner erkoren wurden, erklärt Pam Hügli, Jurymitglied und Geschäftsführerin Serviceplan im Interview.

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Es wurden ja nun die Gewinner aus fünf verschiedenen Kategorien gekürt. Wie wurden diese bestimmt?
Ganz zu Beginn hatten wir circa 50 Cases, die alle an einem einzigen Tag beurteilt werden mussten. Die Jury teilt sich dafür in die verschiedenen Kategorien – Grossunternehmen, Non Profit, KMU – auf und kümmert sich dann zu viert oder fünft um die einzelnen Cases. In 10-15 Schachteln pro Kategorie haben wir alle Materialien mit Zusatzinformationen, die nach einem Bewertungsraster beurteilt werden. Dieses Raster ist bei allen Kategorien gleich und definiert die Anzahl Punkte, die vergeben werden. Dabei werden verschiedene Bereiche wie Innovationskraft, Erfolgsnachweis oder Marketingmix beurteilt. Wird eine bestimmte Punktezahl erreicht – und dies im Durchschnitt aller Juroren – wird der Case nominiert. Daraus ergibt sich meist eine Liste von 5-6 Nominierten, die allen Juroren noch einmal gezeigt werden. Der Sonderpreis ist kategorienfrei. Gewinner ist ein Case, der aufgrund der Zahlen oder der inhaltlichen Ausarbeitung nicht als Gewinner einer Kategorie gekührt werden kann, der aber doch Potential hat. Der Sonderpreis wird somit am Schluss aus allen Cases ausgesucht. Es ist spannend, wie einstimmig meist die Wahl der Gewinner stattfindet. Bei einem knappen Ergebnis kann es zu einer Abstimmung kommen, aber meist ist dies gar nicht nötig. Der Publikumspreis wird vom Publikum am Marketing-Tag selbst gewählt.

Die Unternehmen senden ihre Cases also selber ein.
Teilweise sind es die Unternehmen, es gibt aber auch Einsendungen von Agenturen. Man merkt stark, woher der Verfasser des Cases stammt. Marketing-Fachleute beschreiben oft den Marketingmix sehr stark, was uns ja auch wichtig ist. Denn wir beurteilen ja nicht nur die Kommunikation, sondern auch den Vertrieb, das Pricing, das Produkt an sich. Da spielt eine solide Aufbereitung natürlich eine grosse Rolle.

Laut den Worten von Uwe Tännler ist das die Besonderheit der Marketing-Trophy: die gesamtheitliche Betrachtung der «vier P’s».
Ja, das ist uns wichtig. Wir verleihen keinen Werbepreis, sondern es geht ums Marketing. Da sind wir auch wirklich strikt. Was sind die grössten Herausforderungen in der Jurytätigkeit? Man muss sich relativ schnell einen Überblick über einen Case verschaffen. Als Erstes suchen wir immer nach der Zielformulierung. Danach wird diese mit den Erfolgsnachweisen abgeglichen, und nur wenn Ziel und Erfolg zusammenpassen, lohnt es sich, den Case genauer zu betrachten. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist eine aufwändige Arbeit. Was es aber spannend macht, ist die Diversität der Jury. Die Juroren kommen aus den verschiedensten Branchen, und trotzdem findet man relativ schnell einen Konsens.

Das hört sich alles sehr harmonisch an.
Ja, durchaus. Natürlich ist es nicht immer so, manchmal kämpft man und jeder hat auch eine eigene Meinung, aber schlussendlich finden wir relativ effizient eine Lösung. Harmonisch ja, aber mit Diskussionen. Aber das ist gut so. (lacht)

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Kategorien?
Die grösste Rolle zur Differenzierung spielt die Grösse des Unternehmens. Daneben ist auch das Budget, das für die Massnahmen eingesetzt wurde, zu unterscheiden. Wir wollen ja nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ansonsten sind sich die Kategorien sehr ähnlich, meiner Meinung sind Cases von NGOs nicht weniger professionell als von Grossunternehmen mit Millionenbudget. Das Herzblut spielt eine wichtige Rolle.

Wie gefällt Ihnen die Tätigkeit als Jurymitglied?
Ich finde das ganz toll. Auch vom Networking her ist es sehr spannend, mit diesen Leuten zusammenzukommen. Mit einigen habe ich sonst im Arbeitsalltag nichts zu tun, man sieht sich aber immer wieder an solchen Events sieht und Freundschaften entstehen. Es ist auch sehr vielfältig: In der Jury finden sich Leute aus der Wirtschaft, CEOs, Werber, Marketeer, Kommunikationsfachleute und Experten aus der Wissenschaft. Beim Austausch lernt man auch viel voneinander.

Bilder: zVg



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