12.06.2019

Geschäftsberichte-Symposium

«Der gedruckte Geschäftsbericht geht zurück»

Am Donnerstag findet im GDI das 10. Geschäftsberichte-Symposium statt. Initiant Reto Schneider und Co-CEO vom organisierenden Center for Corporate Reporting (CCR) über dessen Erfolg.
Geschäftsberichte-Symposium: «Der gedruckte Geschäftsbericht geht zurück»
Reto Schneider ist Initiant und Co-CEO vom Center for Corporate Reporting (CCR) . (Bild: zVg.)
von Matthias Ackeret

Herr Schneider, das Geschäftsberichte-Symposium (GBS) feiert das 10-jährige Jubiläum. Haben Sie für diesen Anlass etwas Spezielles geplant?
Selbstverständlich. Anlässlich des Jubiläums wartet das GBS mit einer Vielzahl an Überraschungen auf, auch unsere Platinpartner haben sich dafür einiges überlegt. Darüber hinaus haben wir eine zusätzliche Best Practice Session im Angebot. Zum Jubiläum haben wir ausserdem den Corporate Reporting Monitor lanciert – die erste wiederkehrende internationale Studie rund um die Unternehmensberichterstattung. Die Detailergebnisse sind nach dem Symposium ein besonderes Geschenk an unsere Mitglieder. Am Symposium selbst wollen wir allen Teilnehmenden vorab einen ersten exklusiven Einblick in die Trends und Erkenntnisse ermöglichen. Und dann gibt es da natürlich noch die ausgedehnte Jubiläumsparty inklusive Live-Saxophon – eine hervorragende Gelegenheit zum Feiern und Netzwerken.

Das Geschäftsberichte-Symposium erfreut sich ungebrochener Popularität. Woher rührt das?
Das Symposium ist mittlerweile der grösste Branchen-Event rund um die Unternehmensberichterstattung. Und damit zum jährlichen Treffpunkt für zahlreiche Unternehmen geworden. Man trifft sich, tauscht sich mit Peers und Experten zu aktuellen Trends im Reporting aus. Unsere Gäste schätzen zudem das unterhaltsame und erkenntnisreiche Programm, bestehend aus den spannenden Keynotes sowie den interaktiven Best Practice Sessions, in denen es vor allem um den Transfer von Wissen in den Arbeitsalltag der Teilnehmenden geht. Insgesamt bietet das Symposium eine ideale Mischung aus Netzwerk und Knowledge.

Was war 2009 der Anlass ein solches Symposium auf die Beine zu stellen?
Wir drei Initianten, Joëlle Loos-Neidhart, Daniel Zehntner und ich, beobachteten damals, dass die Anforderungen an den Geschäftsbericht deutlich zunahmen. Wir wollten deshalb eine schweizweite Plattform schaffen, wo sich die Geschäftsberichte-Macher und Experten über Ideen und Trends austauschen können. Zehn Jahre später zählen zu den rund 300 Gästen des Symposiums neben Vertretern unserer 50 Mitglieder auch viele internationale Teilnehmende aus dem europäischen Ausland.

Wie haben sich die Geschäftsberichte im letzten Jahrzehnt verändert?
Die Berichte wurden deutlich umfangreicher, integrierter aber natürlich auch digitaler. Das zeigt sich an der wachsenden Vielfalt an Berichtsformaten. Gleichzeitig sind die Aufgaben, die der Bericht zu erfüllen hat, stetig gestiegen und somit auch ihre Bedeutung für die Unternehmen und die Stakeholder. Es geht schon lange nicht mehr nur um die Erfüllung des regulatorischen Minimums. Wenn ich exzellentes Reporting betreiben möchte, dann muss ich mich sowohl aktiv mit den relevanten Themen meiner Stakeholder als auch mit den Entwicklungen im Berichtswesen generell auseinandersetzen.

Welche Bedeutung hat der gedruckte Geschäftsbericht heute noch?
Die klassischen Auflagen gehen weiter zurück. Die Zahl der Unternehmen, die ihren gesamten Geschäftsbericht druckt, stagniert. Dafür kommen gedruckte Spezialformen wie Kurzberichte und Magazinformate neu in den Medienmix – zum Teil als Teaser für die digitalen Plattformen. Dieser Trend zeichnet sich auch bei den Online-Berichten ab: Mehr noch als die vollumfänglichen Online-Berichte gewinnen aufwändig gestaltete, sogenannte «Teaserpages» an Bedeutung, die das Storytelling der Unternehmen multimedial unterstützen und zur gezielten Ansprache wichtiger Zielgruppen genutzt werden.

Sie haben viele ausländische Teilnehmer. Gibt es im Ausland eine andere «Geschäftsberichte-Kultur» als bei uns?
Definitiv – aber das ist vor allem bedingt durch die länderspezifischen regulatorischen Anforderungen. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind da, was die Berichtskultur und die Trends angeht, noch am ehesten zu vergleichen. Visuell ansprechend gestaltete Geschäftsberichte geniessen in den USA weniger Bedeutung als in unserer Kultur – dort zählen primär die Fakten, die bereits mit XBRL maschinenlesbar ausgetauscht werden.



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