16.08.2017

Dentsu Aegis Schweiz

«Der Preis war nicht entscheidend»

Er ist noch gar nicht lange in der Schweiz und schon holt Thomas Spiegel mit Migros eines der beiden grossen Werbebudgets des Landes. Wie das gelang und was das für die Agentur heisst, erklärt der 34-jährige CEO von Dentsu Aegis im Interview.
Dentsu Aegis Schweiz: «Der Preis war nicht entscheidend»
Der 34-jährige Deutsche zog vor zwei Jahren nach Zürich: Thomas Spiegel (Bild: zVg.)
von Edith Hollenstein

Herr Spiegel, Sie haben den millionenschweren Migros-Etat im Sack. Wie haben Sie das geschafft?
Entscheidend war meiner Meinung nach, dass wir ein ganzheitliches Konzept vorlegen konnten, bei dem unser Ansatz mit einem zentralen Strategie-, Planungs- und Beratungsteam die Verantwortlichen der Migros überzeugt hat.

Ähnliches präsentierten Ihre Konkurrenten sicher auch.
Wichtig dürfte zudem gewesen sein, dass wir immer, bei jeder Aufgabestellung im Pitch, einen Schritt zusätzlich gemacht haben. Wir fragten uns in den verschiedenen Phasen des Pitches immer wieder, was der Gedanke hinter der Aufgabe sein könnte und was wir über die Fragestellung hinaus beitragen können.

Zum Beispiel?
Wir wollten Themen vorwegnehmen, die meistens erst später zur Sprache kommen: die Teamzusammensetzung und -Strukturen beispielsweise.

Und welche Rolle spielte der Preis?
Ich hatte nie das Gefühl, dass der Preis in erster Linie entscheidend war.

Der Preis war sicher ein Thema.
(lacht) Um Gottes Willen, natürlich haben wir über die Kosten gesprochen! Wenn wir doppelt so teuer offeriert hätten wie die Konkurrenten, hätten wir das Budget nicht erhalten. Natürlich war der Preis wichtig, aber nicht ausschlaggebend. Eher die Qualität und unsere Gesamtvision.

Müssen Sie, wenn Sie nun für Migros arbeiten, gewisse Verträge mit Kunden kündigen?
Dazu kann ich derzeit nichts sagen.

Wie viele Mitarbeitende werden Sie neu einstellen für «Dynamo»?
16 Leute soll unser Migros-Team umfassen. Dafür suchen wir derzeit 14 neue Mitarbeitende. Sie müssen nicht nur fachlich gut qualifiziert sein, sondern an die gleichen Ziele glauben wie das aktuelle Team. Wichtig sind hohe Motivation und Spirit. Daneben haben wir bezüglich Weiterentwicklung  und Weiterbildung ähnliche Werte wie die Migros: Die Mitarbeiter sollten sich bei uns im Unternehmen entwickeln können, nicht extern an einer neuen Stelle. Wir wollen keine Diskussionen darüber, welches Medium wie wichtig ist. Unsere Mitarbeiter können beispielsweise nicht Spezialisten rein für Digital sein und dies jahrelang blieben, sondern sie müssen sich je nach dem in andere Themen – etwa in TV, DOOH oder Programmatic – einarbeiten wollen.

Sie sind seit zwei Jahren CEO von Dentsu Aegis und dafür in die Schweiz gezogen. Was gefällt es Ihnen hier?
Mit gefällt es sehr gut in Zürich. Die Arbeitsweise entspricht mir sehr. Die Branche ist fair und partnerschaftlich, so macht es riesig Spass. Das ist mein allgemeiner Eindruck, unabhängig von diesem Etat-Gewinn.

Was kommt nun als nächstes: anstossen oder arbeiten?
Dieser Gewinn ist grossartig und sicher der bestmögliche Anlass zu Feiern, den ich mir momentan vorstellen kann, aber es gibt viel zu tun – nun kommt die Verpflichtung. Wir haben ein überzeugendes Konzept entwickelt und präsentiert. Jetzt müssen wir liefern.

 



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