22.10.2024

Black Friday & Co.

Die Konsumlust steigt – auch bei den Jüngeren

Allein zum Black Friday wollen die Befragten mehr als 400 Franken ausgeben, zeigt ein Report der Angebote-App Profital und der Swiss Retail Federation.

Die Rabatt- und Aktionstage im November, Singles’ Day (11. November) und Black Friday (29. November), erfreuen sich auch weiterhin einer stetig wachsenden Beliebtheit. Für 42 Prozent der Befragten hat ihre Bedeutung seit dem letzten Jahr deutlich zugelegt.

Dies gilt besonders für die Jüngeren: Für 43 Prozent in der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren haben die Aktionstage im Vergleich zum Vorjahr an Stellenwert gewonnen. Das ergab der alljährliche Profital Shopping Days Report von Bring! Labs in Zusammenarbeit mit der Swiss Retail Federation. An der aktuellen Befragung im September 2024 nahmen 2800 Nutzerinnen und Nutzer der Profital-App teil, heisst es in einer Mitteilung.

Die Untersuchung ergab, dass 58 Prozent der Befragten in diesem Jahr vorhaben, am Black Friday einzukaufen. Fast ein Drittel plant dies sogar für beide Aktionstage. Besonders die Jüngeren freuen sich auf die anstehende Rabattaktionen: Mehr als drei Viertel der 18- bis 24-Jährigen und mehr als die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen wollen von den kommenden Black-Friday-Deals profitieren.

Weihnachtseinkauf geplant

Auch planen sie höhere Ausgaben ein: Die 25- bis 34-Jährigen gehen von Gesamtkosten von 530 Franken aus – weit mehr als der Schweizer Durchschnitt von 403 Franken am Black Friday und 304 Franken am Singles’ Day.

Die grösste Vorfreude herrscht 2024, genau wie in den vorhergegangenen Jahren, auf Angebote aus den Bereichen Fashion (60 Prozent) und Elektronikgeräte (54 Prozent). Aber auch Lebensmittel sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände (jeweils 37 Prozent) stehen dieses Jahr hoch im Kurs.

Letztere locken vor allem jüngere Konsumierenden: Bei den 18- bis 24-Jährigen ist das Interesse an Möbeln & Co., mit 55 Prozent sogar so hoch, dass sie im Beliebtheitsranking den zweiten Platz vor Elektrogeräten (50 Prozent) und hinter Spitzenreiter Modeartikel (62 Prozent) belegen. Eingekauft wird grösstenteils für den Eigenbedarf (41 Prozent), wobei 25 Prozent die Shopping-Tage nutzen möchte, um die ersten Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Online und im Laden

Grossteil kauft sowohl im stationären als auch im Online-Handel und plant sorgfältig Insgesamt planen 80 Prozent der Befragten, sich auf die Shopping Days vorzubereiten – der Grossteil (58 Prozent) durch das vorzeitige Informieren über Preisnachlässe und Rabattaktionen. Bei der Frage, wo letztendlich eingekauft wird, zeigen sich die Konsumierenden flexibel: die meisten (35 Prozent) planen, an den Aktionstagen sowohl online als auch im stationären Handel einzukaufen.

Dieser hybride Ansatz ist zwar am beliebtesten, hat jedoch im Vergleich zum Vorjahr, als er noch auf einen Anteil von 51 Prozent kam, deutlich an Popularität verloren. Im Gegenzug konnte der reine Online-Einkauf 11 Prozentpunkte und der rein stationäre Einkauf im Laden fünf Prozentpunkte hinzugewinnen, sodass je rund ein Drittel der Befragten den rein stationären, den hybriden bzw. den rein digitalen Einkaufskanal bevorzugen.

«Unser aktueller Report zeigt erneut, wie stark die Shopping Days bereits im Bewusstsein der Konsumierenden verankert sind. Eine Vielzahl von ihnen plant Ausgaben von mehreren hundert Franken und informiert sich gezielt im Voraus über Angebote», so Raphael Thommen, Chief Commercial Officer der Bring! Labs AG. «Auch Händler sollten die Shopping-Tage mit gezielten Aktionen für die eigene Absatzsteigerung und einen erfolgreichen Auftakt ins Vorweihnachtsgeschäft nutzen.»

Preis vor Nachhaltigkeit

Trotz aller Konsumlust spielt aber auch das Thema Nachhaltigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle: Für die Hälfte der Befragten ist sie auch während der Shopping Days ein wichtiger Faktor. Ein Viertel wäre sogar bereit, mehr für nachhaltige Angebote zu zahlen – auch wenn sie teurer sind als konventionelle Produkte. Knapp acht von zehn der Befragten würden sich explizit einen umweltbewussten Shopping-Tag wie den «Green Friday» wünschen, an dem nachhaltige Produkte bewusst reduziert werden.

Gleichzeitig stellt der Preis aber auch das grösste Hindernis dar, an den Shopping Days effektiv nachhaltige Produkte zu kaufen. Ganze 66 Prozent der Befragten geben an, dass sie aufgrund des Preises auf den Kauf eines nachhaltigeren Produkts verzichten. «Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass gerade an den Shopping Days ein starker Attitude-Behaviour-Gap in der Kundschaft besteht. Grundsätzlich würde man gerne nachhaltiger einkaufen, aber beim Kaufentscheid setzt sich letztlich das Preisargument durch», hält Dagmar Jenni, Direktorin der Swiss Retail Federation, fest. (pd/spo)


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