25.10.2022

MGB

Fabrice Zumbrunnen tritt zurück

Nach zehn Jahren in der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes und fünf Jahren als deren Präsident will er beruflich neue Wege gehen. Eine Rolle soll dabei laut einem Bericht die Uneinigkeit der Regionalgenossenschaften spielen.
MGB: Fabrice Zumbrunnen tritt zurück
Fabrice Zumbrunnen präsentiert CoffeeB der Migrosmarke Cafe Royal an einer Medienkonferenz im September 2022. (Bild: Keystone/Michael Buholzer)

Fabrice Zumbrunnen hat sich entschlossen, Ende April 2023 als Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) zurückzutreten. Nach zehn Jahren in der Generaldirektion und fünf Jahren als deren Präsident wolle er beruflich neue Wege gehen, heisst es in der Mitteilung.

«Nach über 26 Jahren bei der Migros habe ich mich entschlossen, nochmals etwas Neues anzufangen», wird Fabrice Zumbrunnen zitiert. «Die letzten zehn Jahre in der Generaldirektion, davon fünf als deren Präsident waren fordernd, aber auch spannend. Es war mir eine Ehre und Freude, gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen die Migros-Gruppe in ihren vielfältigen Dimensionen weiterzuentwickeln, damit sie für die kommenden Herausforderungen gerüstet ist. Es fällt mir einerseits schwer, dieses grossartige Unternehmen mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verlassen. Andererseits freue ich mich auf die kommenden Aufgaben», erklärt Fabrice Zumbrunnen.

Migros-Präsidentin Ursula Nold dankt Fabrice Zumbrunnen im Namen der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes für seine ausserordentliche unternehmerische Leistung und das hohe Engagement. «Ich bedaure den Entscheid von Fabrice Zumbrunnen sehr. Er hat die Migros-Gruppe mit seinen ausgeprägten analytischen Fähigkeiten, seinem sehr fundierten Kontextwissen, aber auch mit seiner konsensorientierten Art weitergebracht. Ich danke ihm auch persönlich für die wertschätzende Zusammenarbeit und wünsche ihm für seine Zukunft bereits jetzt alles Gute.»

Wie die Tamedia-Zeitungen berichten, ist der Abgang nicht ganz so harmonisch, wie es klingt. Zumbrunnen trete in Wahrheit zurück, weil er es nicht mehr ertrage, dass ihm die zehn Regionalgenossenschaften der Migros ständig reinreden und auch unter sich uneins sind, heisst es im Artikel. «Es war für Fabrice Zumbrunnen eine Mission Impossible», sagt ein Insider gegenüber der Tamedia-Redaktion. «Er konnte wegen der komplexen Struktur der Migros nur bedingt Einfluss nehmen, auch wenn dies im Interesse des Ganzen nötig gewesen wäre. Er trägt aber die Gesamtverantwortung und musste immer für alles den Kopf hinhalten.»

Die Verwaltung des MGB will die Suche nach der Nachfolge einleiten. Fabrice Zumbrunnen habe der Verwaltung MGB zugesichert, für eine reibungslose Übergangsphase zur Verfügung zu stehen und die Einführung seiner Nachfolgerin oder seines Nachfolgers zu unterstützen, heisst es. (pd/wid)


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