19.05.2024

Schweiz Tourismus

Fachleute stellen Tourismus-Marketing infrage

Verschiedene Fachleute fordern ein Umdenken und eine Anpassung des gesetzlichen Auftrags für Schweiz Tournismus. Das berichtet der SonntagsBlick.

Das Gesetz hält unmissverständlich fest: «Schweiz Tourismus (…) soll die Nachfrage für die Schweiz als Reise- und Tourismusland fördern.» Doch angesichts weltweit anwachsender Touristenströme hinterfragen kritische Stimmen diesen Auftrag. So sagt Monika Bandi, Leiterin Forschungsstelle Tourismus an der Universität Bern, gegenüber SonntagsBlick: «Im Zeitalter der digitalen Kommunikation stellt sich die Frage, wie man diesen Auftrag und damit auch das Bundesgesetz anpassen sollte.» Bandi fordert deshalb eine Diskussion darüber, ob die Schweiz überhaupt noch ein Tourismus-Marketing brauche.

Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismus und Mobilität an der Hochschule Luzern (HSLU), fordert ebenfalls ein Umdenken: «Es ist absehbar, dass die Besucher aus den Fernmärkten in einigen Jahren mehr als 20 Prozent der hiesigen Gäste ausmachen. Vor diesem Hintergrund gilt es zu prüfen, wie Schweiz Tourismus in diesen Märkten zusätzliche Werbung machen soll.» Auch Stettler ist der Meinung, die Schweiz müsse darüber diskutieren, ob und wie sie weiterhin Geld in das Tourismus-Marketing investieren wolle. «Sinnvoll wären eine Lenkung und bessere zeitliche und räumliche Verteilung der Touristenströme», so der Experte.

Schweiz Tourismus möchte sich einer Anpassung des Auftrags nicht generell verschliessen. «Darüber kann man diskutieren», äussert sich Direktor Martin Nydegger (53) in einem Interview mit dem SonntagsBlick. Gleichzeitig betont Nydegger, dass Schweiz Tourismus schon heute ein grosses Augenmerk auf die Nachfragesteuerung und die Lenkung der Touristenströme lege. (pd/nil)


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