29.11.2021

Coca-Cola

«Inklusion hat bei Coca-Cola eine lange Tradition»

Seit Jahrzehnten setzt sich Coca-Cola mit ikonischen Werbekampagnen für Vielfalt und Inklusion ein. Michael Willeke betont aber, dass dieses Engagement weit mehr ist als eine Reaktion auf gesellschaftliche Trends. Diversity sei Teil des Selbstverständnisses von Coca-Cola.
Coca-Cola: «Inklusion hat bei Coca-Cola eine lange Tradition»
«Unternehmen sollten die Vielfalt der Gesellschaft spiegeln», sagt Michael Willeke, Integrated Marketing Experience Director für Coca-Cola Europe. (Bild: Coca-Cola/Gero Breloer)
von Matthias Ackeret

Herr Willeke, was bedeutet für Sie Diversity?
Für mich persönlich steht der Begriff für einen Grundsatz: Dass jeder Mensch geschätzt und akzeptiert wird, unabhängig von individuellen Unterschieden, Lebensweisen oder Einstellungen. Dass wir unser Leben genau so führen können, wie wir es uns wünschen und gerne möchten.

Wie nahe kommt unsere Gesellschaft diesem Ideal bereits?
Wir haben in Europa und anderen westlichen Ländern grosse Fortschritte gemacht. Es fand eine Liberalisierung statt, die zu mehr Offenheit und Toleranz geführt und Lebensweisen ermöglicht hat, die zuvor nicht akzeptiert oder sogar verboten waren. Diesen Weg sollten wir konsequent weitergehen und uns weiterhin aktiv für eine diverse und inklusive Kultur einsetzen, in der die Unterschiede zwischen uns Menschen als Chance verstanden werden. Dies gilt für die Gesellschaft gleichermassen wie für ein Unternehmen.

Was kann ein Unternehmen wie Coca-Cola tun, um dieses Ideal zu fördern?
Das Unternehmen ist ein Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen und gemeinsam Ideen und Projekte verwirklichen können. Ein Unternehmen sollte diese Vielfalt wertschätzen, denn durch die verschiedenen Hintergründe, Perspektiven und Denkweisen können wir alle und das Unternehmen lernen und wachsen. Bei Coca-Cola verfügen wir über eine globale Strategie für Diversity, Equity und Inclusion, welche festhält, wie wir gemeinsam eine bessere Zukunft für alle schaffen, Chancengleichheit herstellen und die Menschen im Unternehmen und in der Gesellschaft zusammenbringen können.

«Coca-Cola ist eine über 135-jährige Marke, die seit jeher für Vielfalt steht»

Wie weit ist dies bei Coca-Cola heute bereits Realität?
Coca-Cola ist eine über 135-jährige Marke, die seit jeher für Vielfalt steht, ja sie sogar symbolisiert. Seit Jahrzehnten steht unsere Marke dafür, mit inklusiven Botschaften den gesellschaftlichen Wandel zu fördern und Aufmerksamkeit für Chancengleichheit, Akzeptanz und Respekt zu schaffen. Dies brauchte oft auch viel Mut. Bereits während der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1960er-Jahren unterstützte das Unternehmen die Anliegen der Bewegung um Martin Luther King, unter anderem mit dem berühmten Werbeplakat «Boys on a Bench» mit Jugendlichen unterschiedlicher Hautfarbe, die gemeinsam auf einer Bank sitzen und Coca-Cola trinken.

Seitdem ist viel Zeit vergangen. Was unternimmt man heute?
Inklusion hat bei Coca-Cola, wie schon gesagt, eine lange Tradition und ist für das Unternehmen und die Mitarbeitenden ein wichtiger Bestandteil. Unser Engagement geht weit über das Marketing und die Kommunikation hinaus. Wir beriefen als eines der ersten Unternehmen eine Frau in unseren Vorstand und hatten bereits 1955 eine «Woman of Color» als Markenbotschafterin. In Deutschland gibt es seit 2014 das Rainbow-Netzwerk, das lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt. Es existiert eine weltweite Diversity and Inclusion Group, wir sind stolzer Partner der World Pride und in der Schweiz seit Anbeginn gemeinsam mit Coca-Cola HBC Partner der Swiss Diversity Awards. Aber für uns gilt das Gleiche wie für die Gesellschaft: Wir haben viel erreicht, aber sind noch nicht am Ziel. So können wir als Unternehmen nicht zufrieden sein, solange beispielsweise nicht Frauen mit der Hälfte der oberen Managementpositionen betraut sind.

Inwiefern kann ein Unternehmen ein Vorreiter für Wandel sein? Oder reagiert es nur auf die Veränderungen in der Gesellschaft?
Die Nähe zur Gesellschaft ist für den Erfolg eines Unternehmens sehr wichtig, denn es ist Teil von ihr. Dies ist uns bei Coca-Cola schon immer sehr gut gelungen. Aber, und das finde ich sehr wichtig: Dass wir uns innerhalb des Unternehmens und in der Öffentlichkeit für Diversity einsetzen, ist keine Reaktion auf einen Trend. Vielmehr war und ist es ein Kernbestandteil unserer Marke, der momentan viel Aufmerksamkeit erhält.



Das ganze Interview mit Michael Willeke erschien in der Oktober-Printausgabe von «persönlich».

 



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Kommentare

  • Rainer Schumacher. Prof. Dr. iur. Rainer Schumacher, 29.11.2021 10:29 Uhr
    Wieso kein Rückgriff auf das in Art. 5a BV garantierte Subsisdiaritäts-Prinzip (statt Inklusion), das vom realistischen Arztsohn und genialen Universalphilosophen ARISTOTELES (384 - 322 v. Chr.) gefördert worden ist?
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