Die Schweizerische Post hat ihr Gelb für die Kernprodukte erfolgreich als Marke schützen lassen. Die Rekurskommission für Geistiges Eigentum bestätigte am Dienstag einen Bericht von Radio DRS. Ob die Post der Konkurrenz den gelben Auftritt völlig verbieten wird, war vorerst offen. Mit dem Entscheid habe man einen Richtungswechsel vollzogen, sagte Kommissionspräsident Kurt Wüthrich. Er erinnerte daran, dass die Kommission noch 1995 ein Gesuch abgelehnt habe, die Farbe Lila für die Schokolade "Milka" im Markenregister einzutragen. Eine Farbe als solche sei nicht schutzfähig, hiess es damals.
1998 lehnte das Institut für Geistiges Eigentum dann auch das Begehren der Post ab, die Farbe Gelb zu schützen, da die Farbe zum Allgemeingut gehöre. Die Post reichte darauf bei der Rekurskommission eine Beschwerde ein und gab eine Marktanalyse in Auftrag. Die vertiefte Marktforschung habe ergeben, dass die Farbe Gelb im Bewusstsein der Öffentlichkeit stark mit dem Unternehmen der Post assoziiert werde, sagte Post-Sprecher Oliver Flüeler. "Der grösste Teil der Befragten verbindet die gelbe Farbe spontan mit der Post, noch bevor sie andere Begriffe wie Sonne, Sonnenblume, Wärme oder Süden nennen", sagte Flüeler. Bei der Frage, welchem Unternehmen die gelbe Farbe zugeordnet werden könne, hätten sogar 90 Prozent die Post vor allen anderen Unternehmen genannt.
Die Farbe Gelb wird nun vorerst für zehn Jahre als geschützte Marke für die Kernprodukte der Post eingetragen. So ist Gelb geschützt für die Bereiche Brief- und Pakettransport, Expresspost, Zahlungsverkehr, Kontoführung, Brief- und Paketpost im ausländischen Verkehr oder auch für die Busbetriebe nach Fahrplan. Die Konkurrenten der Post dürfen in diesen Bereichen nicht mehr mit der Farbe Gelb werben.

