07.09.2000

PubliGroupe baut auf E-Commerce

Die PubliGroupe hat im ersten Semester 2000 dank Immobilienverkäufen den Bruttogewinn gesteigert um 25 Prozent auf 279 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis ging indessen um 16 Prozent auf 37 Millionen zurück aufgrund von Aufbauinvestitionen im New-Economy-Bereich. PubliGroupe-CEO Jean-Jacques Zaugg sagt "persoenlich.com", wie er das Halbjahresergebnis beurteilt. Das Interivew:
PubliGroupe baut auf E-Commerce

Die PubliGroupe hat im Januar die Hälfte des Immobilienbestandes an die PSP Swiss Property SA verkauft und dadurch einen ausserordentlichen Ertrag von 76 Millionen Franken erhalten. Warum hat sie gerade jetzt verkauft?

Wir waren der Auffassung, dass wir zuviel finanzielle Mittel in Immobilien gebunden hatten. Der Zeitpunkt wurde bestimmt dadurch, weil wir mit der PSP Swiss Property eine sehr gute Lösung fanden. Wir haben jetzt weitere flüssige Mittel zur Verfügung.

Was haben Sie mit diesen Mitteln vor?

Damit finanzieren wir die weitere Expansion der PubliGroupe, die vor allem im Bereich New Economy stattfindet.

Branchen-Experten behaupten, dass es bald Schluss sein wird mit der Banner-Werbung. Zur Zeit entstehen Programme, durch die man Banner-Werbung ausschalten kann. Sie haben aber mit Real Media weltweit einen grossen Banner-Vermittler gekauft. Wie reagieren Sie auf diese schlechten Prognosen?

Diese Aussage bezieht sich höchstens auf eine kurze Frist. Langfristig wird die Banner-Werbung sehr erfolgreich sein

Sind Sie überzeugt?

Die Unsicherheit hat mit dem Börsen-Crash der New Economy-Aktien in den USA zu tun. Wir glauben daran, dass Banner-Werbung langfristig blühen wird. Banner-Werbung muss man mit Direkt-Werbung vergleichen. Dadurch kann man viel gezielter werben als mit der klassischen Werbung. Das ist die Zukunft der Kommunikation.

Welche Ziele streben sie mit PubliOnline an, der zwar einen Umsatzsprung von 10 auf 50 Millionen Franken erzielt hat, aber mit 25 Millionen auf dem Konzerngewinn lastet?

In PubliOnline sind New Economy-Firmen zusammengefasst wie Real Media, Namics und verschiedene vertikale Portale. Sie sind alle in verschiedenen Bereichen tätig. Real Media ist in der Online-Werbung tätig, Namics in der Beratung und die Portale im E-Commerce.

Wo machen Sie mehr Umsatz im Online-Bereich, in der Schweiz oder im Ausland?

Eindeutig im Ausland. Denn Real Media ist weltweit tätig.

Im Bereich PubliPresse nahm der Umsatz um 13 Prozent zu. Wo?

Vor allem in der kommerziellen Werbung, dank der Telekommunikation und auch den New Economy-Firmen. Aber auch im Stellenbereich.

Wie lange hält der Stellenboom noch an?

Wie erwarten seit Monaten, dass sich die Expansionskurve verflacht. Das ist aber noch nicht eingetroffen.

Wo ist Ihr grösstes unternehmerisches Risiko?

Dieses liegt sicherlich im Online-Bereich. Das ist das Metier der Zukunft. Wir investieren massiv in RealMedia, die weltweit tätig ist. Wir haben vor kurzem eine Gesellschaft in Schweden gekauft.

Die im Inserategeschäft und in der Werbung tätige PubliGroupe hat im ersten Halbjahr 2000 wegen hoher Investitionen im Online-Bereich einen Rückgang des Betriebsergebnisses um 16 Prozent auf 37 Mio. Franken hinnehmen müssen. Dank einer Vervierfachung des Finanzergebnisses auf 91 (Vorjahresperiode 23) Mio. Franken resultierte unter dem Strich ein mehr als verdoppelter Konzerngewinn von 117 (50) Mio. Franken, wie die PubliGroupe am Donnerstag in Lausanne mitteilte. Der Gruppenumsatz nahm um 19 Prozent auf 1,34 Mrd. Franken zu. In voller Expansion befindet sich dabei der Bereich PubliOnline, dessen Umsatz von 10 Mio. auf 50 Mio. Franken zunahm. In diesem Bereich stieg Zahl der Mitarbeiter von 147 auf 665 Personen an. Dieses schnelle Wachstum illustriert die Entschlossenheit der Gruppe, in diesen neuen Kommunikationsformen eine starke Stellung aufzubauen, lastete aber mit CHF 25 Millionen auf dem Konzerngewinn.



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