21.09.2000

RMBI übernimmt CineCom-Gruppe Deutschland

Die belgische Werbevermarkterin RMB International (RMBI) übernimmt die Mehrheit an der CineCom & Media Deutschland. Matthias Luchsinger (Bild), CEO der Schweizer CineCom & Media AG (ebenfalls RMBI), nimmt als Vertreter der Belgier neu Einsitz in der Geschäftsleitung des Münchner Medienunternehmens. "persoenlich.com" befragte ihn zu seinen Plänen für München und Zürich und wollte von ihm wissen, was die Fusion von Pro7 und SAT.1 für die CineCom Schweiz für Konsequenzen hat. Das Interview:
RMBI übernimmt CineCom-Gruppe Deutschland

Ihr erklärtes Ziel ist es, die Entwicklung der deutschen CineCom weiter in Richtung "Full Media Competence Center" zu forcieren. Was genau heisst das?

Bis anhin war CineCom Deutschland vorallem in den Bereichen Kino, Print und Eventpromotion tätig. Unser Ziel ist es, ähnlich wie in der Schweiz, in die Bereiche Radio, Fernsehen und Neue Medien vorzustossen. Zwar stehen zumindest im Bereich Radio/TV die Player in Deutschland bereits fest, doch wir glauben, mit zielgruppenaffinen Paketen noch etwas bewegen zu können. Ich denke da zum Beispiel an Spartenprogramme, die sich an ein jugendliches Publikum richten.

Wie sieht Ihre Aufgabe in Deutschland konkret aus? Für das operative Geschäft zeichnet ja nach wie vor Peter Thiem verantwortlich.

RMB International ist europaweit bereits in 16 Ländern tätig. Somit ist es nahezu unnmöglich, die Geschäfte zentral von Brüssel aus zu führen. Aus diesem Grund ist man daran, Regionen zu bilden. Der sogenannte Nordic Media Link mit Schweden, Dänemark und Finnland arbeitet bereits unter eigener Regie. In Aufbau begriffen ist der Bereich "Central Europe", der die Schweiz und Deutschland, später auch einmal Österreich, umfassen soll. Für diesen Bereich bin ich zuständig, wobei ich mich in erster Linie um strategische Aufgaben wie das Schmieden neuer Allianzen resp. Partnerschaften kümmere. In diesem Sinne habe ich eine übergreifende Funktion mit jeweils starken operativen Leitern vor Ort. Und dafür pendle ich momentan an rund zwei Tagen pro Woche von Zürich nach München.

Nachdem jetzt Pro7 und SAT.1 in Deutschland unter Leo Kirch fusioniert haben, spekuliert die Branche über die Veränderungen, die das für die Schweizer Vermarkter haben könnte. Befürchten Sie den Verlust von SAT.1 Schweiz an Kirchs Medien Gruppe Schweiz?

Zur Zeit besteht für uns keine Gefahr, SAT.1 Schweiz zu verlieren. Wir haben anfangs dieses Jahres einen langfristigen Vertrag mit SAT .1 abgeschlossen, so dass sich zumindest in den nächsten paar Jahren die Frage erst gar nicht stellt. Was von der Pro Sieben SAT.1 Medien AG ganz klar angeschaut wird, ist die Frage, ob es mögliche Synergien zwischen Deutschland und der Schweiz gibt. Natürlich wird auch Österreich geprüft, wo SAT.1 ebenfalls von der CineCom vermarktet wird.

Was für Pläne hat die CineCom Schweiz für den Radiobereich, wo sie bis jetzt ausschliesslich den Jugendsender 105 vermarket?

Radio 105 Network passt genau in unsere Crossmediastrategie, die vorallem auf Junge setzt. So eignet sich 105 sehr gut für Events und Sponsoring. Wir wollen nicht bloss quantitav wachsen; viel wichtiger ist es, auf Produkte zu setzen, die qualititaiv dazupassen. Dementsprechend ist ein Ausbau im Lokalradiobereich momentan auch kein Thema.



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