15.09.2021

On Shoes

Run auf Aktie des Sportausrüsters

Der Sprung an die New Yorker Börse spülte der Schweizer Laufschuhfirma 746,4 Millionen Dollar in die Kassen.
On Shoes: Run auf Aktie des Sportausrüsters
Der Schweizer Laufschuh-Hersteller On hat ein bärenstarkes Debüt auf dem Börsenparkett gegeben. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der Börsengang des Schweizer Laufschuh-Herstellers On Holding in New York hat einen Run von Investoren ausgelöst. Die Aktie mit dem Börsenkürzel Onon startete am Mittwochabend mit 35,40 Dollar in den Handel.

Das ist massiv höher als der Ausgabepreis von 24 Dollar. Und bereits dieser war aufgestockt worden. Ursprünglich hatte man einen Ausgabepreis von 18 bis 20 Dollar angepeilt. Das Unternehmen aus Zürich hatte in der Nacht auf Mittwoch 31,1 Millionen A-Klasse-Aktien zu 24 Dollar platziert. Der Sprung an die New York Stock Exchange spülte dem Sportausrüster 746,4 Millionen Dollar in die Kasse.

Nach dem Start ging es mit der Aktie weiter nach oben. Derzeit wird der On-Titel zu 37,59 Dollar gehandelt. Beim aktuellen Kurs ist das Unternehmen, an dem auch Tennisstar Roger Federer beteiligt ist, rund 10 Milliarden Dollar wert. Das ist deutlich mehr als die 6 bis 8 Milliarden Dollar, die im Vorfeld des Börsengangs angepeilt worden waren.

Ausrüster von Olympiateam

Hersteller von Laufschuhen haben während der Coronavirus-Pandemie einen Nachfrageboom erlebt. Viele Menschen wendeten sich dem Laufen zu, als Fitnessstudios geschlossen und Mannschaftssportaktivitäten verboten wurden. On wurde 2010 vom ehemaligen Spitzen-Triathleten Olivier Bernhard und den Laufenthusiasten David Allemann und Caspar Coppetti gegründet.

Dank der von ihnen entwickelten Dämpfungstechnologie soll man in den On-Laufschuhe mit der markanten Sohle «auf Wolken laufen». Der 20-malige Grand-Slam-Sieger Federer stieg 2019 ein und arbeitete an der Entwicklung eines Tennisschuhs mit. On war dieses Jahr Ausrüster des Schweizer Olympia-Teams.

On sei einer der am schnellsten wachsenden Sportartikelhersteller überhaupt, hiess es im Kotierungsprospekt. Im ersten Halbjahr hat On einen Umsatz von 315,5 Millionen Franken erzielt. Das sei ein Plus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahressemester. Insgesamt ist On von 2018 bis 2020 um jährlich 66 Prozent gewachsen.

Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (adjusted Ebitda) belief sich in den ersten sechs Monaten 2021 auf 47,3 Millionen Franken nach 16,0 Millionen im Vorjahr.

Unter dem Strich erreichte On mit einem Reingewinn von 3,8 Millionen Franken wieder die schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatte die Firma wegen der Coronapandemie einen Reinverlust von 33,1 Millionen Franken erlitten. Den Löwenanteil des Geschäfts macht On mit Laufschuhen. Sportbekleidung und Accessoires machen nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus.

Holpriges Debüt für Sportradar

Damit hat On ein bärenstarkes Debüt auf dem Börsenparkett gegeben. Dies im Gegensatz zum Start des St. Galler Sportdaten-Anbieters Sportradar am Vortag an der Technologiebörse Nasdaq, der holprig verlief: Der Aktienkurs lag bei Handelsschluss bei 25,05 Dollar und damit unter dem Ausgabepreis von 27 Dollar. 

Am Mittwoch ging es allerdings auch mit der Sportradar-Aktie deutlich nach oben. Derzeit wird der Titel zu 26,63 Dollar gehandelt. Das ist ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem ersten Börsentag und nicht mehr weit weg vom Ausgabepreis von 27 Dollar. 

Die Firma aus St. Gallen sammelte bei Investoren mit der Platzierung von 19 Millionen Klasse-A-Aktien 513 Millionen Dollar ein. Das Geld will Sportradar, das Daten zu Sportereignissen unter anderem an Wettanbieter und Medienunternehmen liefert, in das weitere Wachstum und Zukäufe stecken. (awp/sda/reu/tim)



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