61 Prozent der Schweizer Unternehmen wollen eine Fussballkommunikation nicht ausschliessen. Aber nur 18 Prozent haben bisher konkrete Sponsoringmassnahmen ergriffen. Verschläft die Schweizer Wirtschaft das Fussballereignis der Uefa? Dieser Befund geht zumindest aus dem Schweizer Sponsoring-Barometer 2006/2007 hervor, das am Dienstag in Zürich vor den Medien präsentiert wurde. Verfasst haben es die Kölner Sponsoring-Berater "Sport und Markt" in Zusammenarbeit mit der Europäischen Sponsoringbörse (ESB).
Weshalb die Sponsoringaktivitäten der Schweizer Unternehmen im Hinblick auf die EURO 08 bisher eher zurückhaltend ausfallen, ist der Studie nicht zu entnehmen. Im Gespräch äusserten die Verfasser jedoch die Ansicht, dass für die Unternehmen eine gewisse Planungsunsicherheit bestehe, da die Verträge zwischen der Uefa und den Austragungsorten noch nicht unterzeichnet seien. Dennoch bleibe der Eindruck bestehen, dass die Bedeutung des Anlasses unterschätzt werde und die Zeit davonlaufe.
Analysen der Fussball-Europameisterschaft in Portugal hätten aufgezeigt, dass nur solche Kampagnen nachhaltig erfolgreich seien, die sowohl effizient und strategisch ausgerichtet seien als auch frühzeitig vor dem eigentlichen Event gestartet worden waren.
Sport- und Eventmarketing an der Spitze
Das Schweizer Sponsoring-Barometer macht deutlich, dass das Sportsponsoring mit 88 Prozent die Sponsoringarten anführt. Gefolgt wird es vom Eventmarketing (67 Prozent) und von Kunst/Kultur (63 Prozent). Innerhalb des Sports dominiert der Fussball (57 Prozent), gefolgt von Eishockey (38 Prozent), Leichtathletik (25 Prozent), Beachvolleyball (23 Prozent) und Radsport (23 Prozent). Bei der Gewichtung der Zielgruppe der Sportsponsoringaktivitäten haben in den vergangen zwei Jahren Veränderungen stattgefunden. War 2004 fast jedes Sportsponsoring (96 Prozent) an die Öffentlichkeit gerichtet, so sind es 2006 noch 83 Prozent. Die betriebseigenen Mitarbeiter als Zielgruppe sind gemäss Studie wichtiger geworden.
Imageverbesserung als Hauptziel
Sponsoringaktivitäten von Schweizer Unternehmen verfolgen in erster Linie den Zweck, das Image zu verbessern. An zweiter Stelle steht die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Des Weiteren zeigt die Studie, dass jährlich fast jeder zehnte Franken für Werbung, Marketing und PR der schweizerischen Unternehmen ins Sponsoring fliesst. Der Sponsoringmarkt in der Schweiz lasse sich auf ungefähr 520 Millionen Franken beziffern, heisst es in der Studie weiter.

