10.03.2026

Mediapulse

Startschuss für Messung von Videowerbung

Goldbach steigt erster Marktpartner ein. Der Launch der neuen Messlösung ist noch für dieses Jahr geplant.

Die Schweizer Medienforschungsorganisation Mediapulse macht einen weiteren Schritt in Richtung plattformübergreifender Bewegtbildmessung. Mit Goldbach konnte ein erster Marktpartner gewonnen werden, der die kontinuierliche Messung von Online Video Ads im Industriestandard der TV-Forschung mitfinanziert und mitträgt, wie Mediapuls am Dienstag mitteilt.

Hintergrund ist ein strukturelles Problem des Werbemarkts: Obwohl Werbetreibende heute Kampagnen gleichzeitig über TV, Replay und Online Video ausspielen, fehlt bislang eine einheitliche, branchenweit akzeptierte Währung, um Reichweiten und Kontaktfrequenzen plattformübergreifend vergleichbar zu messen, erklärt die Organisation weiter. Mediapulse verfolgt dieses Ziel seit 2021 und hat in den vergangenen Jahren schrittweise die Grundlagen dafür gelegt – von der Hybridisierung der TV-Forschung 2022 über die Einführung der Replay-Ad-Messung 2023 bis hin zu einem erfolgreichen Pilotprojekt mit Goldbach und dem Messdienstleister Fifty5Blue im Herbst 2024.

Als First Mover wird Goldbach die neue Messlösung mitfinanzieren und sein Premium-Online-Videoinventar künftig über die erweiterte Mediapulse-Infrastruktur erfassen lassen – gemeinsam ausgewiesen mit den Kennzahlen für TV und Replay Ads. «Mit der neuen Messlösung weisen wir Bewegtbildkampagnen künftig im gewohnten TV-Standard aus – ein echter Mehrwert für unsere Werbekundinnen und -kunden», sagt Alexander Duphorn, CEO von Goldbach Media.

Die Lösung ist als offene Branchenlösung konzipiert und steht allen Anbietern von Videoinventaren offen, sofern sie sich an den Kosten beteiligen und die erforderliche technische Infrastruktur implementieren. (pd/spo)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Isabelle Waser
13.03.2026 09:12 Uhr
Sehr berechtigte Einwände gegen die herkömmliche Onlineforschung. Aber diese Messlösung geht einen komplett anderen Weg, der sich an den etablierten Standards der TV-Forschung orientiert und deshalb ebenfalls auf eine Panelmessung setzt. Für detailliertere Informationen verweisen wir auf den entsprechenden Artikel in der Printausgabe von Persönlich vom 11. November 2025.
Michael Maurantonio
11.03.2026 20:33 Uhr
Die unbequeme Wahrheit ist: Je stärker man TV und Online Video in eine gemeinsame Reichweitenzahl presst, desto mehr basiert diese Zahl auf Modellen statt auf Messung. Und Modelle sind letztlich nur so gut wie ihre Annahmen. Gerade bei Online Video gilt deshalb weiterhin: Ein Video-Ad-Request ist noch lange kein menschlicher Kontakt. OLV-Reichweiten sollten daher grundsätzlich mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden. Bei der Interpretation von Online-Video-Reichweiten sollten einige technische und methodische Einschränkungen berücksichtigt und transparent kommuniziert werden: Unterschiedliche Messsysteme: TV-Reichweiten basieren auf Panelmessungen mit statistischer Hochrechnung. Online Video wird überwiegend über Adserver-Logs, Player-Events und Tracking-Skripte erfasst. Eine gemeinsame Währung erfordert daher zwangsläufig Modellierungen. Fragmentierte Geräte- und Identitätslandschaft: Online-Nutzung erfolgt über mehrere Geräte, Browser und Apps. Eine präzise Deduplikation von Kontakten über Plattformen hinweg ist technisch schwierig. Autoplay-Mechaniken: Viele Online-Videos starten automatisch beim Laden einer Seite oder beim Scrollen. Ein Video-Start bedeutet daher nicht zwingend, dass ein Nutzer den Inhalt bewusst wahrnimmt. Technische Grenzen der Viewability-Messung: Sichtbarkeit wird meist über Browser-Skripte bestimmt. Iframes, Player-Integrationen und Browser-Sicherheitsmechanismen können diese Messung erschweren oder ungenau machen. Komplexe programmatische Lieferketten: Online Video Ads werden häufig über mehrere Plattformen (Adserver, SSPs, Exchanges, DSPs) ausgeliefert. Dabei können Messsignale verloren gehen oder unterschiedlich interpretiert werden. Am TV nutze ich keinen Adblocker... Invalid Traffic: Anders als im linearen Fernsehen können automatisierte Zugriffe oder Bots ebenfalls Video-Impressions generieren, sofern sie nicht konsequent erkannt und gefiltert werden.
Kommentarfunktion wurde geschlossen