Die Cailler-Schokolade des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé wurde nicht nur neu verpackt, sondern auch teurer. Weil der Discounter Denner den Preisaufschlag nicht akzeptiert, wird er nicht mehr beliefert. Denner wehrt sich.
In doppelseitigen Inseraten in der Sonntags-Presse bittet der Discounter seine Kunden um Verständnis, dass keine Cailler-Schokolade mehr im Angebot sei. "Die aufwändige und ökologisch sinnlose Verpackung" habe Cailler "zu einer ungerechtfertigten und einseitigen Preiserhöhung" veranlasst.
'Marketing-Gag'
Weil Denner dies nicht akzeptiere, werde er nicht mehr beliefert. In einem im "SonntagsBlick" veröffentlichten Interview doppelt Denner-Chef Philippe Gaydoul nach: Er bezeichnet das neue Design der Cailler-Schokolade als "Marketing-Gag, der einen Haufen unnötiger Verpackung produziert".
Gaydoul kritisiert auch die Kommunikation von Nestlé. Nelly Wenger, Chefin von Nestlé-Schweiz, habe mehrfach öffentlich betont, die neu lancierten Cailler-Produkte würden nicht teurer. Und nun werde der Eindruck erweckt, der Handel sei für die Preiserhöhung verantwortlich. "So kann es wirklich nicht gehen."
Denner spricht von einem Preisaufschlag von 8 Prozent. Laut Nestlé stiegen die Preise indes nur um 0,8 Prozent, aufgrund höherer Rohstoffpreise. Im Fall von Denner wurden die Lieferbedingungen aber darüberhinaus korrigiert, um eine Gleichbehandlung aller Kunden zu erreichen.
Nur zum gleichen Preis
Das gehe nicht an, sagte Gaydoul. Nestlé könne "nicht plötzlich kommen und sagen: 'Wir haben gemerkt, dass ihr jahrelang profitiert habt und nun korrigieren wir das'".

